Biobot für Katastropheneinsatz Hallo, ich bin ihre Rettungs-Kakerlake

Redakteur: Peter Koller

Kakerlaken sind klein genug, um durch kleinste Spalten zu Verschütteten vorzudringen. Ausgerüstet mit einem elektronischen Rucksack sollen die Insekten so bei Rettungsarbeiten helfen.

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Kakerlake mit elektronischem "Rucksack": Gut zu erkennen sind die Elektroden an den Fühlern des Insekts
Kakerlake mit elektronischem "Rucksack": Gut zu erkennen sind die Elektroden an den Fühlern des Insekts
(Eric Whitmire.)

Das jedenfalls ist der Plan von Wissenschaftlern um Alper Bozkurt von der North Carolina State University. Sie haben Kakerlaken dazu mit einem kleinen elektronischen "Rucksack" ausgestattet, der Mikrofone, Solarzellen und Mikrocontroller integriert.

Mittels eines Arrays aus drei winzigen Richtmikrofonen auf dem Rucksack lassen sich die Geräusche von Verschütteten auffangen und mit Hilfe von Algorithmen deren vermutliche Position berechnen. Um die Kakerlaken gezielt in die Nähe der Opfer zu steuern, wurden deren Fühlen sowie ein sensorischer Bereich am Unterleib mit Elektroden verbunden.

Über kleine elektrische Impulse lässt sich die Kakerlake so in Bewegung setzen und nach links und rechts steuern. Ist die Kakerlake bei einem Verschütteten angekommen, kann sie ihre Position drahtlos nach draußen übermitteln.

Durch die Mikrocontroller-basierte Steuerung der Kakerlaken lässt sich auch ein unsichtbarer Zaun schaffen, durch den sich die Kakerlaken nur innerhalb bestimmter Bereiche aufhalten können. Das ist aus zweierlei Gründen wichtig. Zum einen kann so erreicht werden, dass sich mehrere der Biobots nicht zu weit voneinander entfernen und somit eine Datenweitergabe von einem Tier zum nächsten möglich ist. Zum anderen lassen sich die Kakerlaken in bestimmte Bereich bringen - zum Beispiel helle Sektoren, wo sie über Solarzellen auf dem Rucksack ihre Akkus wieder aufladen können.

Zwei Youtube-Videos demonstrieren die Technologie

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