Sonnenenergie Große Photovoltaik-Anlagen verursachen keine erhöhte Netzbelastung
Keine erhöhte Netzbelastung durch große Photovoltaikanlagen: Damit widerspricht der Herausgeber des Solarstom Magazins Philippe Welter eine Aussage des Bundesumweltministers Norbert Röttgen. Dieser behauptete, dass bei großer Solarleistung auch die Netzbelastung steigt.
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Welchen Einfluss haben Photovoltaikanlagen auf das Stromnetz? In aller Regel entlasten sie das Stromnetz. Phillipe Welter, Herausgeber "Das Solarstrom Magazin" widerspricht damit eine Aussage des Bundesumweltministers Norbert Röttgen.
Dieser erklärte, "je größer die Solarleistung, je größer ist auch die Netzbelastung." Das Stromnetz müsse für den Transport von Solarstrom nicht verstärkt werden.
Der Grund: Solarstrom macht den bisherigen Transport von konventionell gewonnenen Strom von einem zentralen Großkraftwerk zum Verbraucher überflüssig.
Solarstromanlagen entlasten das Netz
Hier "entlasten die Solarstromanlagen das Netz und die Netzverluste sinken. Damit auch die Kosten für die Stromverbraucher.", führt Welter weiter aus.
Allerdings muss gesagt werden, dass bei mehr Photovoltaikleistung und gleichzeitig weniger Abnehmer vor Ort das Stromnetz verstärkt werden müsse. Damit soll sichergestellt werden, dass die erforderliche Übertragungskapazität bereitgestellt wird. So sollen auch Übertragungsverluste vermindert werden.
Doppelte Netzbelastung vervielfacht die Netzverluste
Als Ursache spielt die Physik eine Rolle: Wenn die Netzbelastung sich verdoppelt, vervierfachen sich in etwa die Netzverluste. Werden aufgrund von Solaranlagen Netzbereiche verstärkt, so erhöht sich die Transportleistung dieser Netzbereiche und die Verluste sinken.
Da die Netzverluste ein dominanter Kostenfaktor sind, verringert die solar induzierte Netzverstärkung bei korrekter Auslegung im Allgemeinen auch die Netzkosten für die Verbraucher.
25 Prozent Kostenvorteil für Strom aus großen Photovoltaikanlangen
Große Photovoltaikanlagen werden üblicherweise an das Mittelspannungsnetz angeschlossen. Die dafür gültigen Regeln verlangen schon seit langem, die die Photovoltaikanlagen sich an der Stabilisierung der Stromnetze beteiligen.
Dafür gibt es Regelmechanismen zur Spannungs- und Frequenzstabilisierung, zur Blindleistungsbereitstellung und zur netzstabilisierenden Energielieferung im Kurzschlussfall.
Für kleine Solarstromanlagen gelten die Anforderungen erst seit einem Jahr. Günstig ist für den Stromverbraucher auch der Kostenvorteil, den Strom aus großen Photovoltaik-Anlagen gegenüber kleinen Anlagen besitzt. Dieser wird mit 25% angegeben.
Der Anschluss an das Stromnetz ist nur bei Windkraftanlagen kostenlos
Gemäß des seit Jahresbeginn 2012 gültigen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird schon die nächste reguläre Vergütungsabsenkung zum 1. Juli diesen Jahres die Höhe der Solarstromvergütung für Freiflächenanlagen auf das Niveau der Offshore-Windvergütung bringen.
Hinzu kommt, dass Windkraftwerke auf See den Anschluss an das Stromnetz kostenlos vom Netzbetreiber erhalten, der seine Aufwendungen wiederum auf die Stromkunden umlegt. Betreiber von Photovoltaik-Anlagen müssen diese Kosten selber tragen.
Freiflächenanlagen unterbieten ab Mitte des Jahres auch die Durchschnittsvergütung für Biomassekraftwerke. Gleichzeitig brauchen sie eine zehn- bis zwanzigmal kleinere Fläche, um genauso viel Energie zu liefern.
Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen als billige Stromproduzenten
Auf einen Bruchteil der heute zum Anbau von Energiepflanzen für die Stromproduktion benötigten Fläche könnten Solarstromanlagen rechnerisch den gesamten Strombedarf der Bundesrepublik decken. "Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen sind die Billigmacher des Solarstroms", unterstrich es Welter.
"Eine weitere Beschränkung der Freiflächenanlagen bringt für die Netzstabilität keine Vorteile, macht aber den Strom ohne Not teurer."
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