Chip-Krieg zwischen China und den USA Große, chinesische Industrieverbände deklarieren US-Chips als unsicher

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Im sogenannten Chip-Krieg zwischen den USA und China wurde mit neuen Sanktionen und Exportstopps Ende des Jahres 2024 eine neue Eskalationsstufe erreicht. Vier chinesische Industrieverbände verbreiten jetzt in einer koordinierten Aktion die Nachricht, dass US-Chips unsicher seien und man auf heimisch produzierte Produkte setzen soll.

Überraschend plötzlich sind US-Chips "nicht mehr sicher und zuverlässig", so vier große chinesische Industrieverbände.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Überraschend plötzlich sind US-Chips "nicht mehr sicher und zuverlässig", so vier große chinesische Industrieverbände.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Bereit seit einiger Zeit setzt die chinesische Regierung alles daran, Chips US-amerikanischer Hersteller loszuwerden, und das nicht immer mit subtilen Methoden. Das zeigte etwa im März 2024 die Meldung, dass man Hard- und Software aus den Vereinigten Staaten aus und von Regierungs-Rechnern verbannen wolle.

Als Antwort auf die neuesten US-Sanktionen gegen 140 chinesische Unternehmen sprach die Regierung der Volksrepublik China ein Exportverbot für Metalle wie Germanium, Antimon und Gallium in die USA aus. In China wird ein Großteil dieser Metalle gewonnen und raffiniert, die für die weltweite Halbleiterproduktion benötigt werden.

Doch offenbar ist es mit diesem Exportstopp weiterhin nicht genug, wie Reuters auf Basis von Berichten aus China vermeldet. Denn vier der größten chinesischen Industrieverbände haben in einer seltenen koordinierten Aktion am 3. Dezember 2024 mitgeteilt, dass man vorsichtig beim Kauf von US-Chips sein solle, denn die seien „nicht mehr sicher.“ Die Verbände decken die größten Industrien des Landes ab, unter anderem Telekommunikation, digitale Wirtschaftszweige, die Automobilherstellung und die Halbleiter-Branche.

Bedeutet also, wenn sich die Verbände für eine gemeinsame Warnung vor US-Chips zusammenschließen, dann kann das einiges an Eindruck hinterlassen. Denn aller Sanktionen zum Trotz generieren Unternehmen wie Nvidia, Intel und AMD im chinesischen Markt weiterhin hohe Umsätze. Ein Wegbruch dieses Marktes durch den konsequenten Ausschluss des US-amerikanischen Wettbewerbs wird definitiv spürbare Konsequenzen mit sich bringen.

Gründe für die Warnung sind „unklar“

Eine Erklärung, warum genau Chips von US-amerikanischen Herstellern nicht mehr sicher oder zuverlässig sein sollen, bleiben die Industrieverbände schuldig. Die Beschaffungsstrategie einheimischer Unternehmen solle aber überdacht werden, so heißt es im offiziellen WeChat-Kanal der Internet Society of China. Man sollte vor dem Kauf von US-Chips sorgfältig überlegen und eher die Zusammenarbeit mit Chip-Firmen aus anderen Ländern und Regionen als den Vereinigten Staaten ausbauen. „Außerdem ermutigte sie inländische Firmen, proaktiv Chips zu verwenden, die sowohl von inländischen als auch von ausländischen Unternehmen in China hergestellt wurden“, so Eduardo Baptista und Brenda Goh von Reuters(sb)

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