AllSee Gestenerkennung surft auf dem Elektrosmog
Gestenerkennung ist eine vielversprechende Benutzerschnittstelle, gerade für mobile Geräte. Doch sie braucht viel Energie und "Sichtkontakt" zwischen Gerät und User. Das soll sich durch AllSee der University of Washington ändern.
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Computerwissenschaftler der University of Washington haben ein Sensorsystem für Gestenerkennung entwickelt, das weder eine externe Stromversorgung noch einen Sichtkontakt zwischen dem Sensor und dem Benutzer benötigt. Der Trick: Das System namens AllSee nutzt den überall vorhandenen Elektrosmog aus TV- oder WLAN-Signalen sowohl für die eigenen Stromversorgung als auch für die Gestenerkennung.
Der Sensor, der laut dem Entwickler, Professor Shyam Gollakota, für weniger als einen US-$ hergestellt werden könnte, erkennt die Amplitudenveränderungen, die durch bestimmte Gesten im allgegenwärtigen elektromagnetischen Hintergrundrauschen erzeugt werden, und wandelt sie in Steuersignale für das Handy um. Das funktioniert auch, wenn das Handy sich zum Beispiel in der Hosentasche befindet, wie ein Video zeigt:
Auch die benötigte Energie wird per Energy Harvesting aus dem Elektrosmog gewonnen. AllSee braucht weniger als 30 Mikrowatt für den Betrieb und kann somit immer aktiviert bleiben. Die gleiche Technik wird auch für die Versorgung von Sensornetzwerken verwendet:
Energy Harvesting
Elektrosmog versorgt Sensornetzwerke mit Strom
Den Forschern gelang es mit dem AllSee-Prototyp, acht verschiedene Handgesten mit einer Zuverlässigkeit von mehr als 90% zu erkennen. Einen wichtigen Anwendungsbereich für ihre Technik sehen die Wissenschaftler aber nicht nur bei mobilen Geräte wie Smartphone oder Tablets, sondern vor allem auch bei künftigen Objekten im Internet der Dinge. Diese sind oft so klein, dass eine herkömmliche Steuerung über Tastatur oder Touchpad nicht in Frage kommt. Eine Gestensteuerung wäre dafür die ideale Alternative.
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