Angemerkt Künstliche Intelligenz regulieren, aber nicht ausbremsen!

Ein Kommentar von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 3 min Lesedauer

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Texte schreiben oder Bilder erstellen: Generative KI wie ChatGPT kann uns schon heute im Alltag unterstützen. Aber das ist erst der Anfang der künstlichen Intelligenz. Regeln gibt es für Menschen, Regeln muss es auch für KI geben. Nur die Entwicklung darf nicht gebremst werden.

Eine künstliche Intelligenz trifft Entscheidungen: Persönlichkeitsrechte von Menschen dürfen von einer KI nicht verletzt werden. (Bild:   Lukas /  Pixabay)
Eine künstliche Intelligenz trifft Entscheidungen: Persönlichkeitsrechte von Menschen dürfen von einer KI nicht verletzt werden.
(Bild: Lukas / Pixabay)

Mit der Veröffentlichung von ChatGPT im Herbst letzten Jahres hat OpenAI den Weg geebnet, dass jeder sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigen kann. Besser als bei einer herkömmlichen Suche über eine beliebige Suchmaschine kann man den Algorithmus jetzt Fragen in kompletten Sätzen stellen und auf eine ausführliche Antwort hoffen. Allerdings noch mit der Einschränkung, dass die Daten und damit der Wissensstand bis 2021 als Quelle dienen. Zukünftige Versionen von ChatGPT und dem dahinter stehenden großen Sprachmodell werden jedoch mit einem aktuelleren Datenstand arbeiten.

Wie mächtig oder gar unkontrollierbar künstliche Intelligenz bereits ist und in Zukunft sein könnte, zeigen die Befürchtungen vieler namhafter Experten: Sie sehen sogar die Existenz der Menschheit in Gefahr und haben eine entsprechende Erklärung unterzeichnet. Auch Sam Altman, Chef von OpenAI, gehört zu den Unterzeichnern. KI ist also eine ebenso große Bedrohung wie eine Pandemie oder ein Atomkrieg? Die KI lernt noch - aktuell geht von ihr noch keine Gefahr aus.

Den Ergebnissen einer KI immer hinterfragen

Die Europäische Union will es darauf aber nicht ankommen lassen und hat im Juni mit dem AI Act gleich ein Gesetz auf den Weg gebracht, um künstliche Intelligenz in der Europäischen Union zu regulieren. Damit ist die EU der erste Wirtschaftsraum weltweit, der künstlicher Intelligenz einen gesetzlichen Rahmen gibt. Dabei wird zwischen risikoarmer, begrenzt risikoreicher, risikoreicher und verbotener KI unterschieden.

In einer Demokratie sind Regeln wichtig. Was für Menschen gilt, muss auch für künstliche Intelligenz gelten. Auch wenn wir heute bestenfalls erahnen können, wohin sich maschinelles Lernen entwickeln wird. Wahrscheinlich nicht zu einem eigenständigen Bewusstsein. Aber die Datenflut, die der Blackbox KI zur Verfügung steht, wird weiter rasant wachsen.

KI regulieren ja, aber nicht ausbremsen

Es ist denkbar, dass KI Verbrechen aufklären oder anhand von Mustern im Vorfeld verhindern kann. Dies fällt jedoch unter die Rubrik verbotene KI, da hier Persönlichkeitsrechte gefährdet sind, Stichwort Gesichtserkennung. Tools wie ChatGPT werden dagegen als risikoarm eingestuft. Als generative KI wird sie uns in Zukunft Arbeit abnehmen, indem sie Texte und Bilder erstellt. Aber auch hier sollten wir mit unserem gesunden Menschenverstand immer hinterfragen, was uns die KI präsentiert.

Es ist wichtig, dass die gesammelten Daten, mit denen eine KI gefüttert wird, transparent sind. Einen Missbrauch darf es auf keinen Fall geben. Algorithmen, die beispielsweise über Bewerbungen von Arbeitssuchenden entscheiden, die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern ermitteln oder in der Justiz eingesetzt werden, müssen deshalb von staatlichen Stellen kontrolliert werden.

Regulierung ja, das ist wichtig. Aber auf der anderen Seite darf KI nicht ausgebremst werden. Denn nicht nur Unternehmen in Europa arbeiten an Algorithmen, die Daten auswerten. Auch die USA und China sind daran interessiert, leistungsfähige Algorithmen zu programmieren. Die Entwicklung lässt sich nicht mehr aufhalten - aber wir Menschen sollten KI immer als Werkzeug sehen, das uns bei unserer täglichen Arbeit unterstützt. Trotz der immer größer werdenden Datenmengen und der daraus abgeleiteten Entscheidungen einer KI müssen wir sie jederzeit im Zaum halten. Wir können die Möglichkeiten der KI heute noch gar nicht überblicken. Aber wir sollten sie auch nicht ausbremsen.

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