Informationssicherheit Gegen den Missbrauch von IT-Systemen
Die immer stärkere Durchdringung von IT erfordert einen interdisziplinären Zugang zur Sicherheit. Juristen, IT-Experten, Kryptographen und Software-Ingenieure müssen stärker zusammen arbeiten. Die Bundesregierung unterstützt das Vorhaben.
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Sicherheit ist gefragt, denn Cyberattacken gehören im Internetzeitalter zum Alltag. In Deutschland wurde nahezu jedes dritte Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren über das Internet angegriffen. Der wirtschaftliche Schaden dabei ist enorm: Schätzungen gehen von jährlich 100 Milliarden Euro allein in Deutschland aus. Und auch unzählige Privatpersonen werden regelmäßig zu Opfern, etwa wenn millionenfach Zugangsdaten von Nutzerkonten bei Online-Diensten entwendet werden oder sich nach dem Öffnen eines unbekannten Emailanhangs schadhafte „Spyware“ auf dem Privatrechner installiert.
Auch das aktuelle Thema Cloud Computing stellt kniffligen Anforderungen. Zwar ist es wirtschaftlich sinnvoll, sich Speicherplatz, Rechenressourcen und Programme nur nach Bedarf in einem Rechenzentrum einzukaufen. Leider unklar ist es bislang, wie verhindert werden kann, dass ausgelagerte, sensible Kunden- oder Entwicklungsdaten in falsche Hände gelangen, während sie in der „Wolke“ verarbeitet werden. Die Kryptologen setzen bei der Lösung dieses Problems auf neue Verschlüsselungen, die es erlauben, auch auf verschlüsselten Daten Berechnungen auszuführen.
Forschen für mehr Sicherheit
Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka hat in Berlin das neue Forschungsprogramm der Bundesregierung zur IT-Sicherheit vorgestellt, das noch vom Kabinett verabschiedet werden muss. „IT-Systeme haben unsere Geschäftswelt und unseren Alltag stark verändert, aber auch neue Missbrauchsmöglichkeiten eröffnet“, sagt Jörn Müller-Quade, Professor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Direktor am FZI Forschungszentrum Informatik. Er erforscht Modelle und Methoden für sichere IT-Anwendungen, die persönliche Daten und Betriebsgeheimnisse intrinsisch schützen.
Müller-Quade leitet auch das von der Bundesregierung finanzierte Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL) am KIT. Hier arbeiten elf Lehrstühle des KIT gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung und dem FZI sowie mit Partnern aus Forschung und Lehre anwendungsbezogen an Sicherheitslösungen.
„Wesentliches Merkmal von KASTEL ist der interdisziplinäre Zugang zur Sicherheit: Die Zusammenarbeit von Juristen, Experten für IT-Sicherheit, Kryptographen und Software-Ingenieuren ermöglicht es, Sicherheit für Systeme von großer Komplexität zu betrachten“, erläutert Müller-Quade. „Dies wird in Zukunft immer wichtiger, da immer mehr Geräte einen hohen Anteil an IT-Technik haben und immer stärker vernetzt sind. Wir widmen uns auch diesem Zusammenwachsen von Geräten und Lebenswelten und entwickeln verlässliche und nachvollziehbare Sicherheitsgarantien.“
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