Johns Hopkins University Gedankengesteuerte Cyber-Prothese geht in den Praxistest

Redakteur: Peter Koller

Eine mit Hilfe von Gedanken gesteuerte Armprothese, die an der Johns Hopkins University entwickelt wurde, soll in Kürze an Patienten erprobt werden. Die US-Regierung hat dafür jetzt rund 35 Millionen Dollar bereit gestellt.

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Der in den vergangenen vier Jahren entwickelte Prototyp der Cyber-Prothese MPL (Modular Prosthetic Limb) verfügt über 22 Freiheitsgrade in der Bewegung, darunter die voneinander unabhängige Bewegung der einzelnen Finger. Kontrolliert wird der künstliche Arm durch ein implantiertes Mikro-Elektroden-Array, das Denkmuster des Gehirns erfasst und in Steuersignale umwandelt. In umgekehrter Richtung kann das Interface auch Gehirnströme stimulieren und auf diese Weise ein taktiles Feedback für den Benutzer erzeugen.

Programm-Manager Michael McLoughlin: „Wir sind nun bereit für einen Test mit Menschen, um zu beweisen, dass nicht nur eine Prothesensteuerung durch Gedanken möglich ist, sondern der Patient durch die Cyber-Prothese sogar seinen Tastsinn wieder bekommt.“ Dazu sind über einen Zeitraum von zwei Jahren Versuche an fünf Patienten geplant.

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