Assistenzsystem für Senioren Gadget hilft, wieder sicher nach Hause zu kommen
Assistenzsysteme sollen helfen, im Alltag zurecht zukommen. Das Fraunhofer IPMS hat zusammen mit Partnern ein System für Senioren entwickelt, das sich individuell anpassen lässt und über Sprachein- und -ausgabe bedient wird.
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Das Fraunhofer-Institut für Phontonische Mikrosysteme IPMS hat zusammen mit sechs Partnern im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsverbundprojektes einen Mobilitätsassistent entwickelt, der Risiken bei außerhäuslichen Aktivitäten mindern und ältere Menschen zu mehr Mobilität ermutigen soll.
Im Rahmen eines Forschungsverbundprojekts entsteht ein intelligentes Assistenzsystem, damit Senioren ihr gewohntes Leben noch im hohen Alter ohne Mobilitätseinschränkungen weiterführen können. Die entwickelte Systemlösung besteht aus einem portablen Endgerät und einem dazugehörigen, zentralen Server, der allen Nutzern des Systems zugänglich ist. Die Datenübertragung wird mittels Mobilfunk realisiert.
„Im Vergleich zu handelsüblichen Geräten wie Senioren- oder Notrufhandys, die oft sehr stigmatisierend wirken, haben wir hier einen grundsätzlich anderen Lösungsansatz gewählt.“, sagt Dr. Andreas Heinig vom Geschäftsfeld Wireless Microsystems am Fraunhofer IPMS und erklärt: „Der Mobilitätsassistent zielt darauf ab, älteren Menschen durch eine hohe personalisierte Funktionalität, aber dennoch extrem einfache Bedienung ein größeres Sicherheitsgefühl im Alltag zu geben. Deswegen ist das mobile Endgerät einer Uhr nachempfunden und enthält nur sehr wenige, dafür aber enorm wichtige Basisfunktionen.“
System wird mit Sprache bedient
Dies sind beispielsweise eine Notruffunktion, eine Funktion zur Benachrichtigung von Vertrauenspersonen, eine Navigationsunterstützung für den Heimweg, eine Erinnerung zur Medikamenteneinnahme oder ein automatischer Taxiruf. Welche Dienste letztendlich genutzt werden, hängt von den Wünschen und Bedürfnissen des Seniors ab und wird vorab auf dem Server programmiert. „Durch die Möglichkeit der Konfigurierung eines individuellen Nutzerprofils wird erreicht, dass jedem Senior nur die auf ihn direkt zugeschnittenen Funktionen auf dem mobilen Gerät angezeigt werden. Diese Funktionen können dann über einen einzigen Tastendruck aktiviert werden.“, erläutert Dr. Heinig den großen Vorteil des Systems.
Da bei älteren Menschen mit verminderter Sehkraft gerechnet werden muss, wurde auf ein Display zur Anzeige von Textinformationen komplett verzichtet. Der verwendete Touchscreen dient ausschließlich zur Darstellung der virtuellen Tasten durch entsprechende Icons. Die Eingabe ist dabei konsequent auf zwei Ebenen limitiert. Die gesamte Kommunikation erfolgt über eine integrierte Sprachein-/Ausgabe. Um bei einem Unfall auch von extern reagieren zu können, soll der Mobilitätsassistent zusätzlich mit einer Sturzerkennung ausgestattet werden.
Das Fraunhofer IPMS ist für die Systemkonzeption des portablen Endgeräts zuständig, was die Entwicklung der Gerätesoftware mit Displayansteuerung und -bedienung, die Ein- und Ausgabe über Mikro und Lautsprecher und die zugehörige Realisierung der Sensorankopplung für die Sturzerkennung beinhaltet. Außerdem arbeitet das Dresdner Institut an einer Lösung zur drahtlosen Kommunikation über Voice-over-IP zwischen Gerät und Server sowie an der Datenübertragung zum Funkmodul.
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