Frauennetzwerk der Elektronik Warum Frauen in der Elektronik ihre eigene Plattform schaffen

Das Gespräch führte Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 3 min Lesedauer

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Frauen sind in der Elektronikbranche häufig noch unterrepräsentiert. Oft fehlen gezielte Netzwerke, um sich über branchenspezifische Herausforderungen auszutauschen. Das Frauennetzwerk Elektronik will dies ändern. Dabei geht es weniger um Karrierehilfe als um eine Plattform, die Raum für Austausch und Unterstützung bietet.

Das Frauennetzwerk der Elektronik zu Gast bei der PULS Group. Seit der Gründung im Jahr 2023 sind die Mitgliederinnen des Netzwerkes im regelmäßigen Austausch. Sie treffen sich in Unternehmen oder auf High-Tech-Messen.(Bild:  Eder)
Das Frauennetzwerk der Elektronik zu Gast bei der PULS Group. Seit der Gründung im Jahr 2023 sind die Mitgliederinnen des Netzwerkes im regelmäßigen Austausch. Sie treffen sich in Unternehmen oder auf High-Tech-Messen.
(Bild: Eder)

Der Anteil an Frauen in der Elektronik variiert je nach Land und liegt in Deutschland, Österreich und der Schweiz zwischen 35 und 50 Prozent. Schaut man sich die Länder genauer an, dann beträgt laut der Webseite Women in Tech der Frauenanteil in der Elektronik in Deutschland etwa 35 Prozent. In Österreich sind es etwa 50 Prozent und in der Schweiz ungefähr 45 Prozent.

Mit anderen Worten zeigen die Zahlen, dass In der Elektronikbranche Frauen noch immer unterrepräsentiert sind. Doch Initiativen wie das Frauennetzwerk der Elektronik setzen sich für einen stärkeren Austausch und die gezielte Vernetzung ein. Nadja Eder von SchuhEder Consulting aus München ist eine engagierte Persönlichkeit bei dem Thema Frauen in der Elektronik. Im Gespräch gibt sie Einblicke in die Entstehung des Frauennetzwerk Elektronik , dessen Ziele und die Besonderheiten eines Forums, das speziell auf Frauen in der Elektronikbranche ausgerichtet ist.

Mit Initiativen wie einem Networking-Frühstück auf der diesjährigen electronica möchte das Netzwerk Frauen ermutigen, sich branchenübergreifend zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen.

Nadja Eder von Schuh-Eder Consulting:  „Das Frauennetzwerk Elektronik trifft sich seit 2023 regelmäßig bei Unternehmen oder auf High-Tech-Messen wie der electronica“.(Bild:  Eder)
Nadja Eder von Schuh-Eder Consulting: „Das Frauennetzwerk Elektronik trifft sich seit 2023 regelmäßig bei Unternehmen oder auf High-Tech-Messen wie der electronica“.
(Bild: Eder)

Frau Eder, Sie haben das Frauennetzwerk der Elektronik ins Leben gerufen. Welche spezifischen Herausforderungen erleben Frauen in der Elektronikbranche, die ein solches Netzwerk adressieren kann?

Nun, ich würde nicht sagen, dass ich das Netzwerk gegründet habe – es hat sich vielmehr entwickelt. Die Initiative begann 2023, als die embedded world das Event #women4ew organisierte. Bei der Vorbereitung fiel mir auf, dass es in Deutschland kein vergleichbares Frauennetzwerk in der Elektronikbranche gab. Der Austausch in Nürnberg mit Kolleginnen unserer Branche war dann so inspirierend, dass daraus unser Frauennetzwerk der Elektronik entstand. Wir treffen uns seither regelmäßig bei Unternehmen oder auf High-Tech-Messen. Interessierte können sich gerne direkt an uns wenden, auch über unsere Webseite.

Für wen ist das Netzwerk besonders hilfreich?

Vorneweg: Ich bin der Meinung, dass Frauen in der Elektronik keine ‚Schützenhilfe‘ in Sachen Karriere brauchen – das ist nicht das Problem. Fast jede unserer Stellensuchen beinhaltet heute das Ziel, Frauen für die Position zu gewinnen. Das wahre Problem liegt darin, dass es schlicht zu wenige Frauen in der Branche gibt. Es gibt jedoch Themen, die für Frauen spezifisch sind und über die es sinnvoll ist, sich in einem solchen Forum auszutauschen. Dafür bietet das Frauennetzwerk der Elektronik einen passenden Rahmen.

Was war Ihre Intention zur Gründung des Netzwerks, und welche kurz- und langfristigen Ziele verfolgen Sie damit?

Unser Hauptziel war es, eine Plattform für den Austausch unter Frauen in unserer Branche zu schaffen. Dabei geht es nicht vordergründig um die Karriereförderung, sondern darum, einen Raum für den Austausch zu bieten, wo auch Randthemen besprochen werden können, die häufig zu kurz kommen.

Welche konkreten Vorteile bietet das Netzwerk für Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung?

Im Grunde genommen gar keine – und das ist auch nicht das Ziel! Wie bereits gesagt, sind die Chancen auf berufliche Entwicklung für Frauen in der Elektronik gegeben. Das Netzwerk unterstützt jedoch bei Themen, die nicht direkt karriererelevant, aber dennoch bedeutsam sind. Hier hilft der Austausch untereinander sehr.

Frauennetzwerk der Elektronik

Nadja Eder ist der Meinung, dass Frauen „keine Schützenhilfe“ brauchen, wenn es zum Beispiel um die Karriere geht. Im Frauennetzwerk der Elektronik können sich Frauen in einem auf sie zugeschnittenen Forum austauschen. Auf der electronica im November in München wird es neben einem Networking-Frühstück am 13. November auf der Visionary Stage in Halle B4.131 auch eine Podiumsdiskussion mit Jackie Mattox geben. Sie ist Gründerin, Präsidentin und CEO von Women in Electronics USA. Gastgeber des Networking-Frühstücks ist Frauen-Verbinden, das externe Netzwerk der Messe München, in Kooperation mit Nadja Eder.

Women in Tech auf der electronica

Auf der diesjährigen electronica lädt die Messe München am 13. November zu einem Networking-Frühstück ein. Was können interessierte Teilnehmer und vor allem Teilnehmerinnen erwarten?

Der Vormittag am Mittwoch, 13. November, steht ganz im Zeichen von #womenintech. Gastgeberin und Organisatorin des Networking-Frühstücks ist die Messe München. Beginn ist um 8:30 Uhr in der Bavaria Lounge. Interessierte können sich per E-Mail an info@schuh-eder.com oder über LinkedIn anmelden. Im Anschluss finden auf der Visionary Stage in Halle B4.131 zwei Foren mit weiteren interessanten Inhalten statt. (heh)

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