Weltrekord Forscher drucken Bild mit 100.000 dpi

Redakteur: Peter Koller

Wissenschaftler in Singapur haben mittels Nanostrukturen ein Bild mit einer Auflösung von 100.000 Punkten pro Zoll (dpi) erschaffen. Die Methode könnte sich in vielen Bereichen der Elektronikfertigung als nützlich erweisen.

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Winziges Bild mit gigantischer Auflösung: Das Portrait mit 45 Mikrometer Seitenlänge hat 100.000 Punkte pro Zoll
Winziges Bild mit gigantischer Auflösung: Das Portrait mit 45 Mikrometer Seitenlänge hat 100.000 Punkte pro Zoll
(Foto: A*STAR)

Indem sie sich von historischen Kirchenfenstern inspirieren ließen, ist es Forschern am A*STAR Institute of Materials Research and Engineering (IMRE) in Singapur gelungen, Bilder in Vollfarbe mit einer Auflösung von 100.000 Punkten pro Zoll (dpi) zu erschaffen. Als Beispiel veröffentlichten die Wissenschaftler ein Frauenportrait, das im Original eine Kantenlänge von nur 45 Mikrometern hat.

Aktuelle Drucksysteme, wie sie zum Beispiel als Inkjet-Drucker auch in der Elektronikfertigung verwendet werden, bringen es bislang höchstes auf eine Auflösung von 10.000 dpi. Andere experimentelle Verfahren schaffen höhere Auflösungen, sind aber in der Regel nur monochrom. Der Abdruck von Bildern etwa in Zeitungen und Zeischriften erfolgt in der Regel mit 300 dpi.

Ihren Durchbruch erzielten die Forscher in Singapur, indem sie sich die kunstvollen farbigen Fenster, wie sie schon seit dem Mittelalter in Kirchen verwendet wurden, genauer angesehen haben. Bei diesen wurden zur Einfärbung kleine Metall-Partikel in das flüssige Glas gemischt. Diese Teilchen brachen das Licht auf seinem Weg durch das Glas und erzeugten so den Farbeffekt.

Die Forscher imitierten diesen Effekt, indem sie – statt etwa farbige Tinte auf eine Oberfläche zu spritzen – in einem Nano-Lithographieverfahren bestimmte Muster auf winzig kleine Metallscheiben aufbrachten. Diese reflektieren je nach Muster das Licht in einer bestimmten Art und Weise und erzeugen so die Farben.

Die Ergebnisse ihrer Arbeit haben die Forscher in einem Paper mit dem Titel Printing colour at the optical diffraction limit in Nature Nanotechnology veröffentlicht. Sie sehen mögliche Anwendung für ihr Verfahren auch im Bereich der Elektronikfertigung, etwa für hochauflösende Displays oder optische Datenspeicherung.

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