Flugsicherheit Flugdrohne kollidiert mit landendem Airbus

Redakteur: Franz Graser

Die britische Polizei ermittelt im Fall einer möglichen Kollision einer Drohne mit einem Airbus A320 der British Airways, der sich gestern im Landeanflug auf den Flughafen London-Heathrow befand.

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Ein Airbus A320 der britischen Fluggesellschaft British Airways. Ein Flugzeug dieses Typs ist gestern Nachmittag beim Landeanflug auf den Londoner Flughafen Heathrow mit einer Drohne kollidiert.
Ein Airbus A320 der britischen Fluggesellschaft British Airways. Ein Flugzeug dieses Typs ist gestern Nachmittag beim Landeanflug auf den Londoner Flughafen Heathrow mit einer Drohne kollidiert.
( Public Domain)

Wie die britische Zeitung The Guardian in ihrer Online-Ausgabe berichtet, hatte der Pilot der Maschine, die gestern Nachmittag in London gelandet war, die Polizei alarmiert. Der Flug kam aus Genf; an Bord der Maschine waren 132 Personen.

Am Flugzeug entstand durch die Kollision kein großer Schaden. Ingenieure untersuchten die Maschine und gaben sie wieder für den Verkehr frei.

Steve Landells, Flugsicherheitsexperte bei der britischen Pilotengewerkschaft BALPA, sagte dem Guardian: „Offen gestanden war es nur eine Frage der Zeit bis zu einem Zusammenstoß mit einer Drohne, wenn man die große Zahl der Drohnen bedenkt, die von Amateuren geflogen werden, die die Risiken und die Regeln nicht verstehen.“

„Es sieht zwar so aus, als sei diesmal kein ernster Schaden entstanden. Aber es ist klar, dass viel mehr Schulungen für die Drohnenpiloten und eine viel strengere Durchsetzung der Regeln notwendig ist, um sicherzustellen, dass unsere Luftfahrt vor dieser Bedrohung sicher ist“, forderte Landells.

Ein Report des UK Airprox Boards fand heraus, dass es zwischen April und Oktober 2015 in Großbritannien bereits zu 23 Beinahe-Kollisionen zwischen Flugzeugen und unbemannten Flugkörpern gekommen war.

In einem Fall, am 22. September vergangenen Jahres, kam eine Drohne einem Großraumflugzeug vom Typ Boeing 777, der gerade gestartet war, auf geschätzte 25 Meter nahe. Das Fluggerät hatte sich zudem auf gleicher Höhe wie die Boeing befunden. Der Fall war der Polizei gemeldet worden, jedoch ließ sich der Halter der Drohne nicht ermitteln.

Bei der Kollision einer Drohne mit einem Flugzeug, das sich mit hoher Geschwindigkeit bewegt, sind nach Auffassung des Sicherheitsexperten Landells schwere Schäden am Flugzeug möglich. „Man hat es mit Metallteilen zu tun, die mit hoher Geschwindigkeit herumfliegen – durch Treibstofftanks, hydraulische Leitungen und sogar durch die Kabine.“

Aus diesem Grund wollen die britischen Piloten simulieren lassen, was bei einer Kollision mit einem Flugzeug passieren kann: „Wir wollen eine Drohne oder ihre wichtigsten Teile gegen die Cockpitscheibe eines Flugzeugs fliegen lassen. Computermodelle deuten an, dass dabei die Scheibe zerbersten kann. Zum Beispiel kann die Batterie, die schwerste Komponente einer Drohne, die Scheibe durchdringen, die innere Schicht zerbricht dabei, und dann hat man es mit lauter Glasscherben im Cockpit zu tun. Als Pilot möchte ich da nicht sitzen.“

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