Lesetipp Fliegende, autonome Killer-Drohnen bedrohen die Menschheit
Mehr Science als Fiction: Daniel Suarez beschreibt in seinem Technothriller Kill Decision den logischen Entwicklungsschritt von gesteuerten Drohnen zu autonomen Tötungsmaschinen.

Im Standford Vision Lab, einem kleinen Start-Up, wurde eine Software zur vollautomatischen Erkennung von Video-Daten zur Analyse von Gefahrensituationen entwickelt. Der Code wird jedoch gestohlen und im Internet frei zugänglich gemacht. Kurz darauf wird das Entwicklerteam bei einem Attentat durch eine Drohne getötet. Weitere Drohnen-Anschläge folgen.
Zur gleichen Zeit wird die Myrmekologin (Ameisenforscherin) Linda McKinney in Afrika entführt. Wie sich herausstellt rettet sie die Entführung vor einem Attentat – ebenfalls durch eine Drohne. Die Forscherin betreibt in Afrika Feldforschung an Weberameisen. McKinney hat einen Algorithmus zum Schwarmverhalten dieser besonders aggressiven Spezies entwickelt, den sie durch Beobachtungen überprüfen und verbessern will.
Und genau diesen Algorithmus – sowie weitere Forschungsergebnisse – benutzt eine mächtige, unbekannte Organisation für militärische Zwecke. McKinney soll einer streng geheimen Organisation helfen, herauszufinden, wer hinter den zunehmenden, weltweiten Attentaten steht, bevor ein globales Wettrüsten autonomer, automatischer Waffen Risiken entstehen lässt, die niemand vorherzusehen vermag.
McKinney schließt sich der streng geheimen Organisation an, die sich – unterstützt von den Raben Hugin und Munin – daran macht, die Menschheit vor der Vernichtung durch ihren eigenen technologischen Fortschritt zu retten. Eine Liebesgeschichte am Rande und viel Action machen den Roman spannend und unterhaltsam.
Interessant wird der Thriller durch die vielen technischen Details. Der Leser erfährt Hintergründe zu visueller Software, Schwarmintelligenz und kriegerischen Ameisen. Natürlich ist der Stand (bis 2012) der Drohnentechnologie ein wichtiges Thema.
Im Roman werden die autonomen Angriffe möglich, durch verschiedene Drohnenarten die mit Software zur Gesichtserkennung arbeiten oder über eine chemische Zusammensetzung der Umgebungsluft feststellen, ob sich Menschen in ihrer Nähe befinden. Über Pheromone kommunizieren die Drohnen untereinander und agieren wie die aggressiven Weberameisen im Schwarm.
Suarez zeichnet ein surreal scheinendes aber zugleich erschreckend realistisches Bild einer nahen Zukunft, wie auch die aktuelle Debatte um Killer-Roboter auf Focus Online, Spiegel Online oder Deutschlandfunk.de zeigt.
Buchtitel bei Amazon: Kill Decision von Daniel Suarez, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek, 496 Seiten, 12,99 Euro. ISBN: 3-499-25918-4
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