Industrie 4.0 Flexible Fertigung durch „Plug & Produce“
Die stark elektrotechnisch und hierarchisch geprägte Fabrikautomatisierung wird sich im Rahmen der Industrie 4.0 zu smarten Fabriknetzwerken mit untereinander kommunizierenden Produktionsanlagen wandeln. Noch fehlen die Produkte. U.I. Lapp ist einer der Hersteller, die dies ändern wollen.
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„Im Moment ist Industrie 4.0 nur eine Vision, wir können nicht ins Geschäft gehen und ein Produkt kaufen“, erklärt Professor Detlef Zühlke, Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Forschungsinstituts für künstliche Intelligenz (DFKI) in Karlsruhe und Initiator der SmartFactory.
Die SmartFactory ist eine Demonstrationsfabrik im Labor, in der Forscher des DFKI die Technologien für die „vierte industrielle Revolution“ in einer realitätsnahen Produktionsumgebung einsetzen. Das DFKI und die beteiligten Unternehmen möchten mit Hilfe der resultierenden Erkenntnisse die Vision der Industrie 4.0 erreichen, in der wandlungsfähige Fabriken stark individualisierte Produkte herstellen. Flexibilität und Fertigung mit Losgröße 1 sind die Hauptziele der Industrie 4.0, in der Unternehmen ressourceneffizient und ergonomisch produzieren und ihre Kunden und Geschäftspartner dynamisch in die Wertschöpfungsprozesse integrieren.
Was Kabel mit Industrie 4.0 zu schaffen haben
„Anlagen werden künftig per Plug & Play wie Bausteine aufgebaut werden. Dazu bedarf es innovativer Lösungen in der multifunktionalen Verbindungstechnik. Kommunikation wird eine immer größere Rolle in industriellen Fertigungsprozessen spielen und in Feldgeräten und insbesondere in Sensoren und Aktoren Anwendung finden. In diesem Kontext werden neue Verkabelungs- und Anschlusslösungen für Datenleitungen erforderlich“, führt Zühlke weiter aus.
Der Stuttgarter Spezialist für Kabel- und Verbindungstechnik Lapp übernimmt im Rahmen der Initiative SmartFactory die Modulpartnerschaft für ein Produktionsmodul der Forschungs- und Demonstrationsplattform, mit der innovative Verkabelungs- und Anschlusslösungen für Datenleitungen getestet werden. Man freue sich sehr, dass die Lapp Gruppe der Initiative beigetreten sei und das wichtige Thema Konnektivität besetze, erklärt Zühlke.
Die Automatisierungspyramide verändert sich
„Die Automatisierungspyramide verändert sich“, erläutert Ralf Moebus, Produktmanager Automation & Network bei der Lapp Gruppe die Motivation. „Die Intelligenz wandert in den Sensor und Motor, was ganz neue Anforderungen an die Kabel stellt.“
Die Leitidee des Plug & Produce bei Industrie 4.0 sei es, die den Wandel im Maschinen- und Anlagenbau antreibe. Dem Kabel- und Verbindungstechnikspezialist ist es sehr wichtig, das Umfeld zu verstehen, in dem die Produkte eingesetzt werden. „Wir möchten in der Datenkabeltechnik für Industrie 4.0 mithelfen Standards zu schaffen“, ergänzt Holger Dürre, Leiter Produkt Management Automation bei Lapp. Ein erstes Produkt mit dem sie die Vision Industrie 4.0 füllen, gäbe es mit der flexiblen Etherline-Cat.6A-Leitung mit dem X-codierten M12 Datensteckverbinder für hochauflösende Kameras in bewegten Anwendungen inzwischen.

Mit der umfassenden Vernetzung ergeben sich auch neue Möglichkeiten für die Wartung. „Wir könnten zum Beispiel RFID-Chips in unsere Kabel integrieren. Im Fall eines Austauschs scannt der Servicetechniker direkt die genauen Daten des Kabels ein und löst über unseren e-Shop sofort die entsprechende Bestellung aus“, bemerkt Moebus abschließend.
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