Summit on European Digital Sovereignty FIEEC und ZVEI fordern Strategie für digitale Souveränität Europas

Von Kristin Rinortner 2 min Lesedauer

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Verbandsvertreter der französischen und deutschen Elektro- und Digitalindustrie zeigen sich unzufrieden mit der aktuellen Debatte und dem Aktionismus um digitale Souveränität in Europa. Es sei Zeit für einen Paradigmenwechsel.

Wolfgang Weber, ZVEI: „Frankreich und Deutschland müssen jetzt wieder zum Motor von technologischer Innovation in Europa werden.“(Bild:  Melanie Bauer Photodesign / ZVEI)
Wolfgang Weber, ZVEI: „Frankreich und Deutschland müssen jetzt wieder zum Motor von technologischer Innovation in Europa werden.“
(Bild: Melanie Bauer Photodesign / ZVEI)

Zum Auftakt des Summit on European Digital Sovereignty in Berlin fordern der französische und der deutsche Verband der Elektro- und Digitalindustrie, FIEEC und ZVEI, eine proaktive Strategie für die digitale Souveränität Europas. Die Verbandsvertreter betonen die Notwendigkeit von Innovation, offenen Märkten und internationalen Kooperation.

Bislang sei die Debatte in Europa zu defensiv geführt worden, so Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung. „Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel: Europa muss seine industriellen Stärken stärken und sich auf die nächste Generation digitaler Technologien konzentrieren, statt lediglich aufzuholen.“

Industrielle KI, Manufacturing-X, Cybersecurity in Europa

Ein Schwerpunkt müsse auf der Stärkung industrieller KI liegen und ihre Integration in nationale und europäische Innovationsstrategien und Förderprogramme. Gleichzeitig gelte es, Doppelregulierungen im Rahmen des AI Act zu vermeiden und Übergangsfristen an die Verfügbarkeit von Standards anzupassen.

Ebenso wichtig seien offene und sichere Datenräume, unterstreichen die beiden Verbände. Sie fordern die weitere Förderung souveräner Datenräume wie Manufacturing-X und einen wirksamen Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Außerdem muss Cybersecurity als strategisches Technologiefeld ausgebaut werden. Dabei sind Anforderungen verhältnismäßig zu gestalten, öffentliche und private Partnerschaften auszubauen und internationale Austauschformate zu etablieren.

Chips Act 2.0 für das gesamte Mikroelektronik-Ökosystem

Ein weiteres Handlungsfeld sei die Weiterentwicklung des Mikroelektronik-Ökosystems. Die gesamte Wertschöpfungskette – von Chipdesign über Frontend- und Backend-Fertigung bis hin zu Leiterplatten- und Elektronikproduktion – sollte durch einen Chips Act 2.0 und nationale Programme gefördert werden.

Auch die Rahmenbedingungen für eine wettbewerbsfähige Industrie müssten verbessert werden. Dazu gehöre eine Regulierungspause für digitale Gesetze wie AI Act, Data Act, DSGVO und Cyber Resilience Act, um Unternehmen zu entlasten. Ebenso sind wettbewerbsfähige Strompreise und die Förderung energieeffizienter Technologien entscheidend.

FIEEC und ZVEI fordern des Weiteren eine stärkere Unterstützung industrieller Innovation in Europa. Dazu gehöre die beschleunigte Umsetzung der Kapitalmarktunion zur Finanzierung von Innovationen, der Ausbau europäischer Digital Innovation Hubs und die Stärkung von Public-Private-Partnerships. Im nächsten EU-Forschungsrahmenprogramm (FP10) müsse die Industrie eine tragende Rolle spielen.

„Von diesem Digital-Gipfel muss ein Ruck ausgehen“, meint Wolfgang Weber. „Frankreich und Deutschland müssen jetzt wieder zum Motor von technologischer Innovation in Europa werden. Dazu braucht es zwingend eine mutige Digitalstrategie, die die Chancen herausstellt.“(kr)

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