Automatisierung Fertigungsanlagen kostsparend planen

Redakteur: Gerd Kucera

Durch einen frühen, detaillierten Entwurfsprozess von Automatisierungssystemen lassen sich bei der Planung und Inbetriebnahme von Produktionsanlagen erhebliche Kosten einsparen. Eine umfangreiche Planung unter Berücksichtigung aller Ansprüche könnte den Energieverbrauch in Stillstandzeiten um bis zu 60% des Durchschnittsbedarfs verringern.

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Welche Anforderungen die Anwender an die jeweilige Anlage stellen, wird derzeit nur marginal erfasst. Deshalb entwickeln unter dem Dach des Lemgoer CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT) das Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL und das Fraunhofer-Anwendungszentrum IOSB-INA gemeinsam mit Projektpartnern wie Lenze Automation Methoden, prototypische Werkzeuge und Lösungen zur Kostensenkung bei der Entwicklung von komplexen Automatisierungssystemen. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt 1,2 Mio. €.

Das Projekt „Entwurfsmethoden für Automatisierungssysteme mit Modellintegration und automatischer Variantenbewertung“, von Projektleiter Professor Dr. Oliver Niggemann (inIT) und Professor Dr. Jürgen Jasperneite (Fraunhofer-Anwendungszentrum) setzt an der frühen Entwurfsphase an. „Durch Methoden, Werkzeuge und Lösungen sollen sich die Planungsphasen von Systemen verkürzen und zeitgleich effizienter werden. Beispielsweise durch die Automatisierung des Entwurfsprozesses“, erklärt Niggemann.

Mit Hilfe einer Anforderungserfassung, durch Planungsunterstützungssysteme und durch eine virtuelle Systemintegration soll eine höhere Entwurfsqualität erzielt werden. Eine umfangreiche Planung unter Berücksichtigung aller Ansprüche könnte beispielsweise den Energieverbrauch in Stillstandzeiten um bis zu 60% des Durchschnittsbedarfs verringern. „Gezielte Formulierungen von Anforderungen können die Erwartung und Leistung der Systeme bereits frühzeitig bestätigen oder widerlegen“, so Projektkoordinatorin Natalia Moriz vom inIT.

Der Startschuss für die Projektpartner Fraunhofer-Anwendungszentrum, inIT, die MIN-Fakultät der Universität Hamburg, Lenze, LEIKON sowie INPRO ist jetzt gefallen. Die Förderung läuft über drei Jahre. Dabei werden neben der Entwicklungsarbeit auch die Methoden, Werkzeuge und Lösungen getestet. Dies geschieht vorwiegend in der im CIIT integrierten Lemgoer Modellfabrik der beiden Institute sowie beim Endanwender Lenze. Aus dem Fördertopf erhält das Fraunhofer-Anwendungszentrum etwa 121.406 € und das inIT rund 271.220 €.

Ziel der BMBF-Förderung ist die nachhaltige Stärkung der Wertschöpfungskette vom Entwurf über Systemintegration und Test der intelligenten Elektroniksysteme in den Anwendungsfeldern Geräte- und Anlagenbau und Medizintechnik. Dazu gehört die Entwicklung neuer Methoden und Produkte sowie den Aufbau strategischer Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.

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