Work-Life-Balance Faustregeln für ein erfolgreiches Jahr und erfülltes Leben

Autor / Redakteur: Dr. Kai Hoffmann, Frankfurt* / Claudia Mallok

Gerade beruflich stark engagierte Leistungsträger planen exakt ihre Arbeitszeit, während sie die eigene Lebensplanung vernachlässigen. Führungskräftecoach und Lebensberater Dr. Kai Hoffmann rät, die „besinnliche Zeit“ zwischen den Jahren zu nutzen, um sich über die persönlichen Werte klar zu werden und alle Lebensbereiche zu planen.

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Bei vielen beruflich stark engagierten Männern und Frauen hat man den Eindruck: Pausen sind ihnen eher lästig. Die einzige Auszeit, die sie sich neben dem Urlaub routinemäßig gönnen, ist die Zeit „zwischen den Jahren“. Dann ist der Betrieb ohnehin dicht.

Sorgen dann noch Tannenbaum, Kerzenlicht und Lebkuchen-Duft für die rechte Stimmung, stellt mancher oft zum eigenen Erstaunen fest: Es ist richtig schön, Zeit mit der Familie und mit Freunden zu verbringen, und das Zuhause nicht nur als „Boxenstopp“ zwischen zwei Terminen zu missbrauchen. Dann sind meist auch die Fragen nicht mehr weit: Sollte ich nicht etwas kürzer treten? Sollte ich mir nicht mehr Zeit für das Spielen mit den Kindern nehmen? Geht durch die endlose Hetzerei nicht viel Lebensqualität verloren?

Schnell sind dann zahlreiche gute Vorsätze fürs neue Jahr gefasst. Meist sind diese Vorsätze durchaus ernst gemeint – insbesondere, wenn zwei, drei Gläser Sekt unsere Entschlusskraft stärken. Dann fassen wir oft sehr weit reichende Vorsätze. Doch leider sind diese meist schon beim Katerfrühstück am Neujahrsmorgen wieder vergessen.

Viele gute Vorsätze haben nicht lange Bestand

„Irgendwie kommt mir das bekannt vor“, denken Sie vielleicht. „Ganz so schlimm ist es bei mir aber nicht.“ Doch Hand auf’s Herz: Wie viele Ihrer guten Vorsätze haben Sie in den letzten Jahren realisiert? Wie viele hatten länger als der Weihnachtsbaum Bestand? Die meisten! Dann sind Sie Spitze. Bei vielen Menschen ist dies anders.

In unserer von Veränderung geprägten Zeit werden wir mit zahlreichen neuen Anforderungen konfrontiert. Auch die Arbeitsdichte steigt. Deshalb steht mancher von uns ständig unter Strom. Das Wort „Stress“ ist ein fester Bestandteil unserer Alltagssprache geworden. Und immer weniger Zeit bleibt dem Einzelnen, sich zurückzulehnen und sich zu fragen: Was will ich wirklich? Was ist mir wirklich wichtig? Und: Welche Trümpfe und Joker habe ich noch nicht ausgespielt?

Hektik macht sich in allen Lebensbereichen breit. 80% der Bundesbürger haben das Gefühl, dass sich die Welt „zu schnell dreht“. Sie spüren: Selbst wenn ich mich noch so anstrenge, gelingt es mir nicht mehr, allen Anforderungen gerecht zu werden. Ständig stehen sie unter Strom und sind sie auf dem Sprung – aus Angst, etwas zu verpassen.

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