Supercomputer in Europa Exascale-Supercomputer Jupiter in Jülich symbolisch in Betrieb genommen

Von Susanne Braun 1 min Lesedauer

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In einem festlichen Akt wurde der Supercomputer Jupiter in Jülich symbolisch in Betrieb genommen. Er ist aktuell der viertschnellste Rechner der Welt und zugleich Europas Kandidat auf dem Weg ins Exascale-Zeitalter – also zu einer Rechenleistung von mindestens einer Trillion Operationen pro Sekunde.

(Bild:  BMFTR / Hans-Joachim Rickel)
(Bild: BMFTR / Hans-Joachim Rickel)

Bereits im Juni 2025 war Jupiter in der Top500-Liste als Nummer vier geführt worden, hinter den drei US-Exascale-Systemen El Capitan, Frontier und Aurora. Mit gemessenen 793,4 Petaflops Linpack (Rmax) und einer Peak-Leistung von 930 Petaflops hat er die Exascale-Schwelle zwar noch nicht überschritten, gilt aber dank seines neuen Booster-Moduls mit rund 24.000 Nvidia-GH200-Superchips als aussichtsreicher Kandidat. Ziel ist es, nach dem Hochfahren des Vollbetriebs die Marke von 1 ExaFLOP/s zu erreichen.

Das Besondere an Jupiter ist sein modularer Aufbau: ein hochskalierbares Booster-Modul für extrem rechenintensive Aufgaben, das massiv auf GPUs setzt, kombiniert mit einem flexiblen Cluster-Modul für komplexe, datenintensive Workloads. Beide Einheiten können getrennt oder gemeinsam genutzt werden – ein Konzept, das ihn zu einem dynamischen Allzweckrechner macht. Mit rund 1.300 zusätzlichen Knoten im Booster, verbunden über ein Quantum-2-InfiniBand-Netzwerk und untergebracht in etwa 50 Containermodulen auf 2.300 Quadratmetern, setzt Jupiter auf eine Infrastruktur, die sowohl Leistung als auch Energieeffizienz auf Weltniveau verspricht.

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Bei der feierlichen Einweihung betonten Redner wie JSC-Direktor Thomas Lippert, Bundeskanzler Friedrich Merz, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und EU-Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen die strategische Bedeutung für europäische Forschungssouveränität, KI-Entwicklung und den Strukturwandel im Rheinischen Revier. Einen Höhepunkt bildete die gemeinsame „Initialzündung“ per Buzzer, begleitet von Musik und Lichteffekten, die Jupiter symbolisch zum Leben erweckte.

Europa hat damit seinen ersten Exascale-Kandidaten am Start – noch knapp unter der magischen Schwelle, aber mit der klaren Perspektive, sie bald zu überschreiten. Während die USA mit drei Systemen bereits fest im Exascale-Zeitalter angekommen sind, positioniert sich Deutschland mit Jupiter und dem für 2027 geplanten Blue Lion in München als europäische Speerspitze im Supercomputing. (sb)

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