Industrieroboter Europa führt im regionalen Vergleich der Roboterdichte

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Fabriken weltweit integrieren immer mehr Roboter in ihre Fertigungslinien. Westeuropa hängt dabei Nordamerika und Asien ab. Als einzelne Nation verteidigt jedoch Südkorea unangefochten die globale Spitze.

Roboterdichte: Südkorea führt mit großem Abstand. Deutschland auf drittem Platz.(Bild:  IFR)
Roboterdichte: Südkorea führt mit großem Abstand. Deutschland auf drittem Platz.
(Bild: IFR)

Die Industrie verlässt sich zunehmend auf Maschinen, um die eigene Produktivität zu steigern und Arbeitsprozesse zu beschleunigen. Das zeigt der aktuelle Bericht der International Federation of Robotics (IFR). Westeuropa führt derzeit den weltweiten Vergleich an. Dort arbeiteten im Jahr 2024 durchschnittlich 267 Roboter auf 10.000 Angestellte im produzierenden Gewerbe. Nordamerika folgt auf dem zweiten Rang mit 204 Einheiten, während Asien auf 131 Anlagen pro 10.000 Beschäftigte kommt. Die Europäische Union übertrifft mit einem Schnitt von 231 Robotern den globalen Durchschnitt von 132 Einheiten deutlich.

Um zu messen, wie stark sich Industrieroboter über verschiedene Ländergrenzen hinweg verbreiten, nutzt der Verband die Roboterdichte als zentralen Indikator. Takayuki Ito, Präsident der IFR, erklärt die Methode: „Die Kennzahl der Roboterdichte bietet eine einheitliche Vergleichsbasis, indem sie die Gesamtzahl der in einem Land eingesetzten Roboter in ein direktes Verhältnis zu seiner wirtschaftlichen Größe, gemessen an der Zahl der Arbeitskräfte, setzt.“ So lassen sich kleine und große Volkswirtschaften objektiv miteinander vergleichen.

Südkorea und Singapur dominieren die Weltspitze

Blickt man auf die einzelnen Staaten, zeigt sich ein differenziertes Bild. Südkorea führt das globale Ranking mit massivem Abstand an. Dort unterstützen 1.220 Roboter je 10.000 Beschäftigte die Produktion. Weil eine starke Elektronik- und Automobilindustrie massiv in neue Anlagen investiert, wächst diese Dichte seit dem Jahr 2019 um durchschnittlich sieben Prozent pro Jahr.

Singapur sichert sich mit 818 Einheiten den zweiten Platz. Der Stadtstaat profitiert davon, dass dort ohnehin nur wenige Fabrikarbeiter tätig sind. Dadurch führt selbst ein kleinerer Roboterbestand schnell zu einer sehr hohen statistischen Dichte.

Deutschland verteidigt den dritten Rang mit 449 Robotern, dicht gefolgt von Japan mit 446 laufenden Anlagen. Schweden, Dänemark und Slowenien komplettieren zusammen mit den USA, Taiwan und der Schweiz die Top Ten.

China automatisiert seine Fabriken massiv

Die Wirtschaftsmacht China nimmt eine besondere Rolle ein, wenn Unternehmen weltweit automatisieren. Das Land belegt mit 166 Robotern pro 10.000 Mitarbeitern zwar weltweit nur den 22. Platz, wächst aber rasant um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Weil der chinesische Arbeitsmarkt so riesig ist, müssen die Fabriken immens investieren, um diesen relativen Wert zu steigern.

Entsprechend gewaltig fällt der absolute Bestand aus: Rund zwei Millionen Industrieroboter verrichten in der Volksrepublik derzeit ihren Dienst. Das entspricht etwa dem Viereinhalbfachen des Bestands in Japan. Allein im Jahr 2024 installierten chinesische Unternehmen 295.000 neue Anlagen und vereinten damit 54 Prozent aller weltweiten Neuinstallationen auf sich.

In Nordamerika wuchs die Roboterdichte derweil moderater um vier Prozent. Die Vereinigten Staaten belegen mit 307 Einheiten den achten Platz im weltweiten Vergleich, während Kanada und Mexiko mit 241 beziehungsweise 62 Robotern auf den weiteren Rängen folgen.

Westeuropa beweist hingegen eine starke Durchdringung in der Breite: Gleich acht europäische Länder platzieren sich in den globalen Top 20, darunter neben Deutschland auch die Schweiz, die Niederlande, Österreich und Spanien. Damit zeigt sich: Unabhängig von der Region bleibt die Robotik der entscheidende Hebel, um im globalen Wettbewerb der Industrie zu bestehen. (mc)

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