Förderung für Globalfoundries und X-Fab EU-Kommission stimmt Förderung von Halbleiter-Fabs in Dresden und Erfurt zu

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Globalfoundries will am Standort Dresden die 300-mm-Wafer-Fertigung erweitern, X-Fab beabsichtigt in Erfurt weitere Kapazitäten zu schaffen. Diese Projekte dürfen von der EU-Kommission aus mit rund 623 Millionen Euro mit staatlichen Mitteln gefördert werden.

Die EU-Kommission hat der Förderung zweier Fabs in Deutschland zugestimmt.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die EU-Kommission hat der Förderung zweier Fabs in Deutschland zugestimmt.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Im Dezember 2025 hat die EU-Kommission noch grünes Licht für zwei Fördervorhaben der deutschen Regierung gegeben, in deren Rahmen rund 623 Millionen Euro an Fördermitteln fließen sollen. Dabei geht es darum, die Halbleiter-Kapazitäten zweier Unternehmen an den Standorten Dresden und Erfurt zu erweitern, namentlich Globalfoundries und X-Fab.

Globalfoundries erhält 495 Millionen Euro Förderung für den Ausbau der Halbleiter-Fertigungskapazitäten am Standort Dresden, wo das Unternehmen bereits angesiedelt ist. Plan ist es, weitere 300-mm-Wafer-Fertigungsmöglichkeiten für die Kunden zu schaffen. Insbesondere ginge es darum, so heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission, bisherige Produkte auch für Dual-Use-Anforderungen qualifizieren zu können. Wenig überraschend stehen dabei Märkte wie Luftfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur im Fokus.

Um den Regularien für diese Märkte gerecht zu werden, müssen spezifische Sicherheits- und Zuverlässigkeitsmerkmale der Technologien erreicht werden. Gleichzeitig soll die Herstellung vollständig in Europa stattfinden. „Es wird das erste Mal sein, dass diese Technologien in Europa in großem Maßstab produziert werden, und der Herstellungsprozess wird in der EU einzigartig sein“, so die EU-Kommission in ihrer Mitteilung.

128 Millionen Euro für X-Fab

Die deutsche Regierung möchte davon abgesehen ebenso das Projekt Fab4Micro von X-Fab unterstützen, in dessen Rahmen am Erfurter Standort des Unternehmens eine neue offene Foundry-Anlage errichtet wird. „Die neue Anlage wird sich auf die Kombination bestehender MEMS-Fertigungskapazitäten mit innovativen Verpackungs- und Integrationsprozessen konzentrieren“, die vor allem die Märkte Automotive, Medizintechnik und künstliche Intelligenz adressieren.

Die neuen Möglichkeiten werden natürlich Fabless-Chipherstellern zur Verfügung stehen. X-Fab möchte sich damit vornehmlich an Start-ups sowie kleine und mittlere Firmen richten, die bislang lediglich außerhalb von Europa produzieren können. Die neue Fab soll 2029 ihren Betrieb aufnehmen und bietet in den Augen der EU-Kommission Fertigungsdienste, die es bislang nicht in Europa gibt.

Ohne Moos nicht viel los

Globalfoundries und X-Fab verpflichten sich im Rahmen der genehmigten Maßnahmen, ihre Projekte so auszurichten, dass sie die europäische Halbleiter-Wertschöpfungskette stärken, technologische Innovationen bis hin zu künftigen Technologiegenerationen vorantreiben, im Krisenfall priorisierte Lieferungen gemäß des EU Chips Acts ermöglichen und durch Aus- und Weiterbildungsprogramme den Fachkräftepool in Europa ausbauen.

Die Europäische Kommission hat die deutschen Fördermaßnahmen nach den EU-Beihilferegeln genehmigt. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Unterstützung den Aufbau neuer, in Europa bislang einzigartiger Open-Foundry-Kapazitäten ermöglicht, ohne Wettbewerb und Handel im Binnenmarkt unverhältnismäßig zu verzerren. Die Beihilfen gelten als notwendig, angemessen und auf das erforderliche Minimum begrenzt, da die Investitionen ohne öffentliche Förderung nicht in Europa erfolgt wären. Zugleich stärken die Projekte die Resilienz der europäischen Halbleiterlieferkette, verbessern den Zugang zu Fertigungskapazitäten für europäische Kunden und fördern grenzüberschreitende Kooperationen mit Forschungseinrichtungen. (sb)

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