Innovation der Windkraft Erste Flugwindkraftanlage in Deutschland macht Umsatz

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Flugwindkraftanlagen stellen eine interessante Alternative zu herkömmlichen Windkraftanlagen dar. Die Ingenieure des bayerischen Unternehmens Kitekraft feiern die erste Flugwindkraftanlange, die in Deutschland ans öffentliche Stromnetz angeschlossen wurde und für den erzeugten Strom vergütet wird, nachdem die Bayernwerk Netz GmbH grünes Licht gegeben hat.

Der Demonstrator von Kitekraft beim Start.(Bild:  Kitekraft)
Der Demonstrator von Kitekraft beim Start.
(Bild: Kitekraft)

Deutschland ist ein traditioneller Industriestandort und dort gilt, relativ plump gesagt: Wo viel gehobelt wird, da fallen Späne. Oder es hagelt Innovationen! Denn aus guten Gründen ist die Elektronikbranche in Deutschland nicht nur profitabel, sondern auch ein Innovationstreiber. Nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Industrie muss mit möglichst viel Cleverness, Innovationsgedanke sowie Sparsamkeit auf Themen wie die Energiewende und Nachhaltigkeit reagieren. Viele Unternehmen stellen sich bereits dieser Herausforderung und fokussieren dabei erneuerbare Energien. Da denkt vermutlich jeder sofort an herkömmliche Windräder, die vor allem im Norden des Landes gebaut werden, oder aber an Photovoltaikanlagen auf den Dächern von Wohn-, Bildungs- und Industriegebäuden. Doch warum so starr und unflexibel denken?

Die Entwicklung von Flugwindkraftanlagen ist ein aufstrebendes Gebiet in der Windenergiebranche; in Deutschland und Schottland, in Kanada und in den USA tüfteln die Ingenieure mehrerer Unternehmen an solchen Anlagen. Die Ingenieure des bayerischen Unternehmens Kitekraft feiern die Inbetriebnahme der ersten Flugwindkraftanlage in Deutschland, die ans öffentliche Stromnetz angeschlossen wurde und Vergütung erhält, nachdem die Bayernwerk Netz GmbH grünes Licht gegeben hat. Damit handelt es sich laut den Aussagen der Verantwortlichen von Kitekraft bei dem System um das erste seiner Art in Deutschland, das für seine Leistung vergütet wird. „Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Kommerzialisierung dieser neuen Art von Windkrafttechnologie, die 90 % weniger Material benötigt und daher im Vergleich zu klassischen Windkraftanlagen eine wesentlich geringere optische Wirkung und niedrigere Kosten aufweist“, begrüßt Kitekraft-CEO Maximilian Isensee aus dem Führungsteam im Beitrag diesen Schritt.

Was ist eine Flugwindkraftanlage?

Wie Isensee bereits angerissen hat, können Flugwindkraftanlagen aufgrund ihres geringeren Materialeinsatzes und ihrer flexibleren Standortwahl kostengünstiger sein. Flugwindkraftanlagen nutzen unter anderem Flugzeuge, Drachen oder Drohnen, um in größeren Höhen stärkere und konstantere Windströmungen zu erfassen und Windenergie zu erzeugen. Diese Fluggeräte sind mit speziellen Generatoren ausgestattet, die die Bewegungsenergie aus den Windströmungen in elektrische Energie umwandeln. Zahlreiche im Gerät verbaute Sensoren messen die Windstärke in unterschiedlichen Höhen. Zudem lässt sich die Flugrichtung anpassen.

Das starke und flexible Leitseil verbindet das Fluggerät mit der Bodenstation, kann mehrere Kilometer lang sein und transportiert die Energie zur Erde. Am Ende des Leitseils steht die Bodenstation, die die erzeugte Elektrizität sammelt und ins Stromnetz einspeist. Den Vorteil der Flugwindkraftanlagen benennen die Ingenieure wie folgt. Die Systeme können auf höhere Windhöhen zugreifen, in denen die Windgeschwindigkeiten konstanter und stärker sind. Dies ermöglicht eine kontinuierliche und zuverlässigere Stromerzeugung im Vergleich zu herkömmlichen Windkraftanlagen, die auf den Wind am Boden angewiesen sind.

Es muss festgehalten werden, dass es sich bei der Flugwindkraft um eine noch junge Technologie handelt, die noch weiter erforscht und entwickelt wird, um ihre Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Auch der Demonstrator von Kitekraft wird in den kommenden Monaten vorerst für weitere Flugtests genutzt, so Isensee, um die vollautonome Flugsteuerung und Effizienz zu verbessern sowie die Technologie zu validieren. Der bei den Testflügen gewonnene Strom wird übrigens dann an die Gemeindewerke Oberhaching verkauft. (sb)

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