Betriebssystem-Standards

Erfahrungsbericht zu T-Engine in der Fahrzeugnavigation

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Weitere Merkmale

Aufgrund der umfangreichen Programmierschnittstelle des Betriebssystems konnte die Migration von Legacy-Code einfach durchgeführt werden. Auf der anderen Seite war auch die Portierung durch Software-Zulieferer einfach möglich. Die Tatsache, dass T-Kernel ein sehr stabiles und zumindest in Asien etabliertes Produkt ist, war letztendlich entscheidend für die kurze Entwicklungsstrecke der Plattform. Auf der anderen Seite musste das Betriebssystem an einigen Stellen modifiziert werden, um die automotiven Anforderungen zu erfüllen. Aufgrund der offenen Spezifikation und Implementierung war dieses mit vertretbarem Aufwand möglich.

Zusätzlich verlangt das T-Engine Lizenzmodell im Gegensatz zur GPL nicht, Änderungen offenzulegen. So war es möglich, eigene Entwicklungen dem Wettbewerb vorzuenthalten. T-Kernel verlangt keine Lizenzgebühren für die Endgeräte, was für uns gerade im preissensitiven Markt von Einstiegsgeräten von Vorteil ist.

Die Anforderungen im Überblick

Zusammenfassend hatten wir die folgenden Anforderungen bezogen auf das Betriebssystem zu erfüllen:

  • Echtzeitbetriebssystem mit prioritätengesteuertem Scheduling
  • Prozessmodell zum Entkoppeln von Anwendungen
  • Kompakter Kern und schnelles Starten
  • Hohe Qualität im Design und bei der Implementierung
  • Unabhängigkeit von einem bestimmten Betriebssystemhersteller
  • GPL-freier Code

T-Kernel als offener Standard erfüllt die genannten Anforderungen. Basierend auf der Plattform hat sich eine Produktentwicklung angeschlossen, so dass die ersten Fahrzeuge (beispielsweise Opel Insignia) mit Navigationssystem außerhalb von Japan mit T-Kernel arbeiten. Im Nachhinein hat sich für uns gezeigt, dass T-Kernel eine richtige Wahl als Betriebssystem für unsere Plattform war.

Ausblick: Multicore T-Kernel

Die nächste Hardware-Technologie ist bereits am Horizont sichtbar: Multicore-Architekturen. Tatsächlich sind Navigationsgeräte die ersten Anwendungen im automotiven Umfeld, bei denen diese Technologie eingesetzt wird. Die Motivation ist vergleichbar der im Workstation- oder PC-Umfeld: Um den Stromverbauch bei stetig steigender Rechenleistung zu beschränken, wird nicht mehr die Frequenz sondern die Anzahl der Kerne pro Chipsatz erhöht.

Während die Hardware-Entwicklung dieser neuen Architekturen bereits verstanden ist, beginnen nun die Herausforderungen für die Softwerker, da hier neue Konzepte für die Programmierung gefordert sind. T-Kernel als eines der wenigen Echtzeitbetriebssysteme am Markt unterstützt bereits jetzt unterschiedliche Programmiermodelle für Multicore-Systeme. Ebenfalls sind Entwicklungsplattformen auf der Basis von ARM11 MP-Core vorhanden.

Wir haben inzwischen die Entwicklung der nächsten Plattformgeneration gestartet, die auf Multicore T-Kernel aufsetzen wird.

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