Schwierige Geschäftslage Epitaxie-Spezialist IQE aus Wales prüft Verkauf

Von Susanne Braun 1 min Lesedauer

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Der walisische Waferhersteller IQE erwartet für 2025 einen Umsatz zwischen 90 und 100 Millionen Pfund – und damit deutlich weniger als erhofft. Der Vorstand hat deshalb den laufenden Strategieprozess erweitert und schließt einen Verkauf des Unternehmens nicht mehr aus.

Waferhersteller IQE aus Wales zieht einen Verkauf in Betracht.(Bild:  IQE)
Waferhersteller IQE aus Wales zieht einen Verkauf in Betracht.
(Bild: IQE)

IQE aus dem walisischen Cardiff liefert technologisch anspruchsvolle „Rohlinge“, auf denen andere Hersteller ihre Halbleiterprodukte entwickeln – und befindet sich in einer Krise. Das Unternehmen produziert im europäischen Raum hochspezialisierte Compound- und III-V-Epitaxie-Wafer, die nicht aus reinem Silizium bestehen, sondern aus Verbindungshalbleitern (Compound Semiconductors), oft basierend auf Materialien der III-V-Gruppe des Periodensystems.

Im ersten Halbjahr 2025 erwirtschaftete IQE mindestens 44 Millionen Pfund Umsatz, begleitet von einem leichten operativen Verlust. Für das Gesamtjahr stellt das Unternehmen nun einen Umsatz zwischen 90 und 100 Millionen Pfund in Aussicht, und damit weniger, als ursprünglich angenommen wurde. Hauptgründe dafür sind die schwache Nachfrage nach Mobiltelefonen, die bereits seit 2024 auf den Wireless-Bereich drückt, sowie verschobene Investitionen in den US-Militär- und Verteidigungssektor. Entsprechend versucht der Vorstand des Unternehmens nun, Optionen für die Zukunft des Unternehmens zu finden, und schließt auch einen vollständigen Verkauf nicht aus. Gespräche laufen zudem mit mehreren Interessenten über den Verkauf der Taiwan-Aktivitäten.

IQE-CEO Jutta Meier kommentierte: „Wir haben unsere Erwartungen für das Gesamtjahr angepasst, um die Verzögerung bestimmter Verträge in den Bereichen Wireless und Photonics zu berücksichtigen. Trotz globaler Unsicherheiten sehe ich Fortschritte im strategischen Prozess und bin zuversichtlich, dass wir Mehrwert für alle Stakeholder schaffen können.“ Die Halbjahresergebnisse will IQE am 23. September 2025 vorlegen.

Ein Verkauf von IQE muss nicht zwingend ein negatives Signal für Europas Elektronikbranche sein – er kann sogar Stabilität und Wachstum sichern, wenn ein strategischer Käufer einsteigt. Problematisch wäre es erst dann, wenn sich kein Käufer findet und ein Schlüsselakteur im Compound-Segment wegbrechen würde. Das würde die strukturelle Schwäche Europas bei kritischen Halbleitertechnologien offenlegen. (sb)

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