Batterielose Funksensoren

Energy Harvesting kann mit kleiner Energie große Industriemaschinen steuern und überwachen

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Die Funksensoren können senden und empfangen

Bislang konnten die batterielosen Funksensoren von EnOcean nur senden. Mit der gerade auf den Markt gebrachten Dolphin-Plattform kommen erstmals kompakte Plug&Play-Module, die energieautark bidirektional arbeiten können. Hauptbestandteil der neuen Systemarchitektur bilden die Funkmodule STM 300, TCM 300 und TCM 320. Diese sind sowohl in 868 MHz als auch in 315 MHz verfügbar. Damit sind sie weltweit einsatzfähig.

Das Modul STM 300 hat ein Energy-Harvesting-Interface, das die Realisierung energieautarker Produkte ermöglicht. STM 300 kann mit einer Solarzelle, die es in zwei verschieden Größen gibt, als Energielieferant betrieben werden. Die Transceiver-Module TCM 300 und TCM 320 sind Bausteine für dauerstromversorgte Komponenten, etwa Gateways. Die Module lassen sich aufgrund der komfortablen Entwicklungsumgebung „EnOcean API“ einfach programmieren.

Auf Basis des Moduls STM 300 lassen sich sehr schnell energieautarke Applikationen entwickeln (Archiv: Vogel Business Media)

Gleich welcher Branche der Produkthersteller angehört, er kann die neuen Module sehr einfach in seine Produkte integrieren. Standardisierte Sensorprofile sorgen dabei für den interoperablen Einsatz der Produkte. Dadurch können auch Geräte unterschiedlicher Hersteller in einem System miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten. Die neue Plattform ist rückwärtskompatibel zu allen bisherigen unidirektionalen Funkgeräten mit EnOcean-Technologie.

Ein Systemdefekt ist schnell erkannt

Aufgrund der Bidirektionalität lassen sich die neuen Module auch bei sicherheitsrelevanten Anwendungen in der Industrie einsetzen, bei denen der Empfang eines Funksignals bestätigt werden muss. Erfolgt dieses Rücksignal nicht, wird eine entsprechende Meldung angezeigt und ein Befehl ausgelöst. So lassen sich beispielsweise Defekte im System sofort erkennen und können beseitigt werden.

Batterielose Funktechnik hat sich in der Gebäudeautomation durchgesetzt und kommt nun in der Industrie zum Einsatz (Archiv: Vogel Business Media)

Die batterielose Funktechnik, die sich in den letzten Jahren als Funkstandard für nachhaltige Gebäude durchsetzen konnte, gewinnt zunehmend auch in Industrieanlagen an Bedeutung. Sie ermöglicht nicht nur eine zuverlässige Zustandsüberwachung von Maschinen und Prozessen, sondern auch eine Vereinfachung der Verkabelung. So können Informationen auch an unzugänglichen Orten erfasst werden. Das ermöglicht den Unternehmen, schnell und flexibel auf geschäftliche Anforderungen zu reagieren und die vorhandenen Kapazitäten optimal nutzen.

*Markus Kreitmair ist Innovation Manager bei EnOcean, Oberhaching/München.

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