Elektromagnetische Verträglichkeit EMV-Prüflinge automatisiert überwachen
DIe Prüflinge während der Produktion videobasiert auf die elektromagnetische Verträglichkeit zu prüfen, ist mit einer automatisierten EMV-Testumgebung von Rohde & Schwarz möglich. Welche Lösungen der Anbieter noch bereit hält, haben wir hier zusammen getragen.
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Rohde und Schwarz bietet auf dem Feld der elektromagnetischen Verträglichkeitsmessungen unterschiedliche Lösungen an. Unter anderem die standardisierte Testsystemplattform R&S CEM100, mit der sich gestrahlte Störfestigkeitstests nach IEC/EN 61000-4-3 vornehmen lassen. Das Testsystem deckt alle gängigen Frequenzbereiche und Feldstärken für entwicklungsbegleitende und Zertifizierungsmessungen ab.
Dank der modularen Struktur und einer flexiblen Konfiguration können Anwender das System an zukünftige Normänderungen und herstellerspezifische Prüfverfahren anpassen. Eine spätere Systemerweiterung ist möglich.
Videobasierter Prüflingstest
Mit dem videobasierten AdVISE (Automated Video Inspection for EMC) lassen sich die Reaktionen von Prüflingen in einer automatisierten EMV-Testumgebung überwachen. Während des laufenden Tests analysiert das System jeden Frame des aufgezeichneten Videostreams in Echtzeit. Zum Einsatz kommt Standard-Hardware und eine eigens entwickelte Software.
Der Anwender definiert Bildbereiche und AdVISE erkannt darin Abweichungen am Prüfling nach unterschiedlichen Pass/Fail-Kriterien. Die Ergebnisse zeigt das Videosystem an. Ein Festplattenspeicher von 1 TByte und umfangreiche Playback-Funktionen erlauben dem Anwender, die Ereignisse anschließend zu untersuchen. AdVISE lässt sich komplementär zu einem R&S EMC32 EMV-Softwarebasierten EMS-System oder als Standalone-Lösung betreiben.
Schnelle Emissionsmessungen für normenkonforme EMV-Zertifizierungen sind mit der EMV-Messempfänger-Reihe R&S ESR in den Frequenzbereichen von 9 kHz bis 3,6 bzw. 7 bzw. 26,5 GHz möglich. Neben ihrer Messgeschwindigkeit bieten die Geräte verschiedene Diagnosewerkzeuge für die Analyse von Störemissionen.
Mit dem Nachleuchtmodus lässt sich zwischen Puls- und Dauerstörern unterscheiden; der Frequenzmaskentrigger reagiert auf einzelne Ereignisse innerhalb eines Störspektrums, die sich dann gezielt untersuchen lassen. Auch erfüllt der R&S ESR die Ansprüche ziviler und militärischer Standards wie CISPR, EN, FCC oder MIL. Möglich ist zudem eine 4-kanalige Knackratenmessung an Haushaltsgeräten nach CISPR 14-1.
Prüfung der Störfestigkeit
Die Verstärkerfamilie R&S BBL200 bietet Leistungen bis zu 10 kW in einem Frequenzbereich von 9 kHz bis 225 MHz. Die Breitbandverstärker sind flüssigkeitsgekühlt. Mit ihren Ausgangsleistungen und ihrer Auslegung für Dauerbetrieb auch unter Fehlanpassung eignen sich die Geräte für Störfestigkeitsprüfungen, bei denen hohe Feldstärken bei oft schlechter Antennenanpassung erreicht werden müssen.
Abgerundet wird das EMV-Portfolio von den Oszilloskopen R&S RTO und R&S RTE. Dank ihres geringen Eingangsrauschens eignen sich die Messgeräte dazu, Störemissionen mit Nahfeldsonden zu erfassen und zu analysieren.
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