Industrielle Schaltersysteme

Elektromechanische Schalter und Relais für spezielle Kundenanforderungen

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Standardkonformität des Boilers ist vom Relais abhängig

Für Hersteller von Heizkesseln und –steuerungen sind Relais wichtig, die Konform zu den relevanten EN- und IEC-Standards hinsichtlich Leistung und Sicherheit sind, über eine hohe Spannungsfestigkeit, hohe Schaltleistung und hohe Belastbarkeit bei induktiven wie auch resistiven Lasten verfügen. Eine der größten Herausforderungen bei Relais für den Einsatz in Heizkessel-Steuerungen ist das Thema Haltbarkeit. Europäische Vorschriften für Boiler verlangen nach Standard DIN EN298:2003 für gasbetriebene Heizkessel eine Mindestlebensdauer von 250.000 Schaltspielen bei normaler Last.

Auch wenn sich DIN EN 298 auf den Boiler bezieht und nicht auf einzelne Komponenten, hängt die Standardkonformität des Boilers letztendlich von der Leistung der eingesetzten Relais ab. Die Relais-Anbieter arbeiten daher eng mit ihren Kunden zusammen, um sicherzustellen, dass die Vorgaben erfüllt werden. In der Praxis werden je nach Lastfall der Steuerung zwischen 250.000 Schaltzyklen und eine Million Schaltungen benötigt.

Ein hoher Grad an kundenspezifischer Anpassung

Um kostengünstige Lösungen für diese Anforderungen bieten zu können, setzen Relais-Entwickler auf die Optimierung der Relais-Mechanismen und leistungsstarke RoHS-konforme Materialien, um Härte, Leitfähigkeit und Lebensdauer zu erhöhen sowie ein Schweißen der elektrischen Kontakte zu verhindern.

Die meisten der oben aufgeführten Probleme gelten auch für Schalter. Hier aber sind die Anforderungen an kundenspezifische Lösungen noch höher, denn Schalter sind normalerweise integrale Bestandteile der Benutzeroberfläche und des Gehäuses eines Systems. Die Schalterhersteller müssen heute nicht nur für die Kernleistung sorgen und gleichzeitig Baugröße und Kosten kleinhalten, sondern auch einen hohen Grad an kundenspezifischer Anpassung anbieten sowie Kabelkonfektion und andere zusätzliche Services.

Die Design-Modifikationen können von der Entwicklung eines alternativen Umschalthebels bis hin zur Neuentwicklung von Gehäusen, Terminals oder Kabelnetzen reichen, wenn Kunde und Produktionsumfang es sinnvoll erscheinen lassen, einen wesentlichen zusätzlichen Service. Für hochvolumige Aufträge entwickeln Schalterhersteller wie Omron sogar eigene Kundenlösungen in Europa.

Direkter Kundendialog ist gefragt

Bild 3: Der wasserfeste Mikroschalter D2QW (Archiv: Vogel Business Media)

Abschließende Anpassungen der Schalter müssen normalerweise in der Nähe zum Kunden in Europa stattfinden, um den Dialog zwischen den Designteams auf Hersteller- und Kundenseite so zeitnah wie möglich zu gestalten und um die zügige Bereitstellung von Mustern zu garantieren.

Bild 4: Die SMD-Tasterserie B3U (Archiv: Vogel Business Media)

Als ideal erweist sich hier die Kombination aus Engineering-Ressourcen vor Ort in Europa, die jedoch aus den jeweiligen Fertigungszentren des Schalterherstellers stammen, um das notwendige technische Know-how zu garantieren. Hinzu kommen lokale Montagekapazitäten, damit die Produkte nach europäischen Standards gefertigt werden.

DIP-Drehschalter A6K (Archiv: Vogel Business Media)

Schalterhersteller sind unablässig dabei, ihre Portfolios weiterzuentwickeln und neue Varianten hinzufügen, um spezifische Marktanforderungen zu erfüllen und neue Marktchancen zu nutzen. Omron zum Beispiel hat vor kurzem einen neuen, kompakten und wasserfesten Mikroschalter mit Schiebemechanismus vorgestellt (Bild 3), einen wasserfesten Taster (Bild 4) und ultra-miniaturisierte DIP-Drehschalter (Bild 5).

*Anton Roth ist Manager European Switch Engineering Centre bei Omron Electronic Components Europe B.V.

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