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Ein Stück mehr Lebensqualität durch Antriebstechnik

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Schnell, sicher und mit natürlichem Gangbild

Das aktuelle Modell, das er verwendet, ist das ReWalk 6.0. Bei vorherigen Systemen musste die Batterie noch als Rucksack getragen werden. Jetzt ist sie im Gerüst integriert und liefert Energie für einen Tag. Das Exoskelett ist somit komplett selbsttragend. Es lässt sich individuell einstellen und ist für Personen bis 1,90 Meter und 100 Kilogramm Körpergewicht geeignet.

Zudem hat ReWalk ein natürliches Gangbild entwickelt und die Schrittgeschwindigkeit auf 2,6 Kilometer pro Stunde erhöht. Nutzer sind somit sicherer unter anderen Fußgängern unterwegs.

Für die Knie- und Hüftbewegungen nutzt ReWalk vier bürstenbehaftete DC-Motoren des Schweizer Antriebsspezialisten maxon motor (www.maxonmotor.de). Die RE-40-Einheiten kommen jeweils in Kombination mit einem Planetengetriebe GP 42 C zum Einsatz, das mit Keramikkomponenten bestückt ist. Dadurch verlängert sich die Lebensdauer der Antriebe merklich, was beim Einsatz im Modell 6.0 entscheidend ist.

Denn laut ReWalk-Produktmanager Andreas Reinauer sind die Exoskelette für fünf Jahre oder eine Million Schritte ausgelegt. Deshalb müssen die Motoren sehr zuverlässig, wartungsarm und kraftvoll bei geringer Größe sein. Mit maxon motor habe man den richtigen Partner gefunden; die Projekte werden professionell abgewickelt, Fristen, Spezifikationen und Kostenrahmen eingehalten.

Exoskelette haben bereits ein beachtliches technisches Niveau erreicht. Doch die Entwicklung geht stetig weiter und wird laut Andreas Reinauer in ihrer Dynamik viele Leute überraschen. Die Systeme werden durch Hightech-Materialien und Synergien aus der Forschung sehr wahrscheinlich kleiner, leichter und intelligenter werden. Ein ebenso wichtiger Punkt ist die Finanzierung solcher Exoskelette durch Krankenkassen.

Zwar ist das in einzelnen Fällen bereits geschehen, aber noch nicht selbstverständlich. Deshalb kämpft ReWalk für mehr Akzeptanz – etwa mit der kürzlichen Teilnahme am Cybathlon-Wettkampf. Man wollte zeigen, dass ein geübter ReWalk-Anwender neben Alltagshindernissen auch einen schwierigeren Parcours bewältigen kann.

* Stefan Roschi ist Technik-Redakteur bei der maxon motor ag

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