Alete trifft auf Antriebstechnik Ein Leben mit Kindern und Karriere

David Franz

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Juliane Poetke ist Mutter von zwei Kindern und Deutschlands beste Jung-Elektronikerin für Maschinen und Antriebstechnik. Bei den Deutschen Meisterschaften der E-Handwerke setzte sie sich in ihrer Disziplin gegen acht Mitstreiter durch. Kinder oder Karriere – die 25-jährige Berlinerin entschied sich für beides.

E-Powerfrau Juliane Poetke: Im Januar 2012 hatte die zweifache Mutter bei der Gesellenprüfung als Zweitbeste des Landes Berlin  abgeschnitten.(Bild:  Menzel Elektromotoren)
E-Powerfrau Juliane Poetke: Im Januar 2012 hatte die zweifache Mutter bei der Gesellenprüfung als Zweitbeste des Landes Berlin abgeschnitten.
(Bild: Menzel Elektromotoren)

Weil Autos ihr schon immer Spaß machten, wollte sie Kfz-Schlosserin werden. Als es dann darum ging, den richtigen Beruf zu finden, entschied sich Juliane Poetke aber für Elektromotoren.

„Ich wollte einen Beruf mit sicherer Zukunft“, argumentiert die 25-jährige Berlinerin. Mit der Fachhochschulreife in der Tasche bewarb sie sich bei Menzel Elektromotoren in Berlin um einen Ausbildungsplatz und wurde prompt genommen.

Jetzt ist sie die beste Elektronikerin Deutschlands für Maschinen und Antriebstechnik : Bei den Deutschen Meisterschaften der E-Handwerke vom 15. bis 17. November 2012 in Oldenburg setzte sie sich in ihrer Disziplin gegen acht Mitstreiter durch.

Technik im Blut

„Das war für uns die erste und einzige weibliche Bewerberin und sie hat uns mit ihren profunden technischen Kenntnissen und einem selbstbewussten Auftreten überzeugt“, berichtet Firmenchef Kurt Menzel über die erste Begegnung mit Juliane Poetke.

Das Interesse für Technik war ihr in die Wiege gelegt: Vater Michael ist Schlosser mit eigener Firma und brachte ihr viel über Lastkraftwagen und Bootsmotoren bei. Dazu kam das Wissen aus den Leistungskursen Mathe und Chemie am naturwissenschaftlichen Gymnasium, womit die junge Frau beim firmeninternen „Azubi-Casting“ punktete.

Die Traditionsfirma ist offen für Feminines: Mutter Gisela Menzel konnte in technischen Fragen kaum einer etwas vormachen. Sie war fast 70 Jahre für das mittelständische Unternehmen tätig, das sich inzwischen auf die weltweite Lieferung größerer Elektromotoren inklusive Sonderausführungen innerhalb kürzester Zeit spezialisiert hat. Menzel beschäftigt heute rund 100 Mitarbeiter und hat Niederlassungen in Großbritannien, Frankreich, Italien und Schweden.

Karriere mit zwei Kindern

„Augen zu und durch“, lautet das Motto von Powerfrau Juliane Poetke. Bereits zum Beginn der Lehre war sie Mutter eines knapp einjährigen Sohnes, inzwischen hat sie ihr zweites Kind. Die Babypause hat die Lehrzeit um ein Jahr verlängert. Bei den Menzels sieht man das gelassen:

„Man kann nicht immer nur beklagen, dass unsere Gesellschaft zu wenige Kinder hat. Man muss auch im eigenen wirtschaftlichen Umfeld etwas dazu tun“, meint Kurt Menzel. Die kommenden Jahre will die erfolgreiche Gesellin in der Montage von Großmaschinen erst mal kräftig weitere Erfahrungen sammeln. Und wenn‘s nach ihr ginge, ist dann die Meisterausbildung dran: „Was kommt, das nehme ich mit!“ schaut Bundesiegerin Juliane Poetke in die Zukunft.

Die Jungstars der E-Handwerke 2012

Die Gewinner der Deutschen Meisterschaften der Elektrojugend:

Die Sieger der Deutschen Meisterschaft der Elektrojugend 2012 (ab.4.v.li.) Frank Nordmann, Eike Nell, Nils Kaiser, Juliane Poetke, Tobias Pelz, Philipp Hieber und Matthias Kittel mit dem Schirmherrn Dr. Ulrich Stiebel (li.), dem Leiter des ZVEH-Bundesleistungswettbewerbs Manfred Köhler (2.v.re.), ZVEH-Vizepräsident Karl-Heinz Bertram (2.v.li.), ZVEH-Vizepräsident Hans Auracher (re.) und Landesinnungsmeister Rainer Übel (3.v.li.).(Bild:  ZVEH/Schmidt)
Die Sieger der Deutschen Meisterschaft der Elektrojugend 2012 (ab.4.v.li.) Frank Nordmann, Eike Nell, Nils Kaiser, Juliane Poetke, Tobias Pelz, Philipp Hieber und Matthias Kittel mit dem Schirmherrn Dr. Ulrich Stiebel (li.), dem Leiter des ZVEH-Bundesleistungswettbewerbs Manfred Köhler (2.v.re.), ZVEH-Vizepräsident Karl-Heinz Bertram (2.v.li.), ZVEH-Vizepräsident Hans Auracher (re.) und Landesinnungsmeister Rainer Übel (3.v.li.).
(Bild: ZVEH/Schmidt)

  • Philipp Hieber, Baden-Württemberg, Elektroniker Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik,
  • Nils Kaiser, Nordrhein-Westfalen, Informationselektroniker Schwerpunkt Geräte- und Systemtechnik,
  • Matthias Kittel, Bayern, Elektroniker Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik,
  • Eike Nell, Nordrhein-Westfalen, Informationselektroniker Schwerpunkt Bürosystemtechnik,
  • Frank Nordmann, Niedersachsen, Elektroniker Fachrichtung Automatisierungstechnik
  • Tobias Pelz, Schleswig-Holstein, Systemelektroniker und
  • Juliane Poetke, Berlin, Elektronikerin Maschinen und Antriebstechnik.

Diese Sieben bilden das Siegerteam von insgesamt 47 Teilnehmern an den zweitägigen Berufsmeisterschaften. Sie hatten sich zuvor bei Wettbewerben auf Landesebene als Beste in ihrer Disziplin für den Bundesleistungswettbewerb des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) qualifiziert.

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