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CompactPCI PlusIO definiert ein einheitliches Pinout auf dem P2-Steckverbinder des 32-Bit-CompactPCI-Systemslots, auf dem die vier neuen seriellen Busse PCIe, GbE, S-ATA und USB definiert sind. Somit ist ein Aufbau von Hybrid-CompactPCI-/CompactPCI Serial-Systemen möglich. Die CPU spricht auf dem P1-Steckverbinder die parallelen CompactPCI-Slots im System an, und der P2-Bereich ist an die schnellen seriellen CompactPCI-Serial-Slots angeschlossen. Systemkomponenten, wie langsame I/O-Karten, können auf CompactPCI erhalten bleiben. Daher müssen nur spezielle Karten, die eines der neuen Protokolle oder mehr Bandbreite benötigen, auf die neue Technologie umgestellt werden.
Der Anwender profitiert somit schon von zwei existierenden Ecosystemen. Für CompactPCI gibt es eine große Zahl an Kartenherstellern. Im Hybridsystem finden diese ihren Platz. Auch die unzähligen Lösungen für den Computer-Massenmarkt können mit geringstem Entwicklungsaufwand ins neue System aufgenommen werden. Meist ist dies nur ein geringer Designaufwand, eine mechanische Fixierung und einige wenige Daten- und Stromversorgungsleitungen auf der Karte.
Backplane in zwei Versionen: mit oder ohne Rear I/O
CompactPCI PlusIO wurde im Dezember 2009 verabschiedet. Die CompactPCI-Serial-Spezifikation ist noch in Arbeit und wird voraussichtlich dieses Jahr freigegeben werden. Aus diesem Grund kann es natürlich kein gefächertes Spektrum an Komponenten geben, wie bereits für CompactPCI. Aber es sind schon jetzt mehrere Prozessorkarten für CompactPCI PlusIO verfügbar. CompactPCI-Serial-Prozessorboards wird es in Kürze geben.
Für beide Spezifikationen sind bereits Systeme und Backplanes vorhanden. So z.B. 8-Slot-Hybrid-Backplanes mit drei CompactPCI-Peripherieslots, einem CompactPCI-PlusIO-Systemslot und vier CompactPCI-Serial-Peripherieslots. Die Backplane gibt es in zwei verschiedenen Versionen, mit und ohne Rear I/O auf den CompactPCI-Serial-Slots. Diese Backplanes stellen die Maximalkonfiguration für hybride Systeme dar und können somit für alle möglichen Applikationen eingesetzt werden. Backplanes mit kleinerer Slotanzahl sind bereits in Planung, wie z.B. eine 5-Slot-Variante.

Für CompactPCI Serial gibt es zunächst die Maximalkonfiguration mit neun Slots, einem Systemslot und acht Peripherieslots (Bild 2). Somit sind auch hier die unterschiedlichsten Applikationen möglich. Hier gibt es sogar vier verschiedene Versionen. Wobei PCIe, USB und S-ATA bei allen als Single-Star ausgeführt werden. Eine Version ist mit ebenfalls einem Single-Star für Gigabit Ethernet ausgeführt, während die andere Version eine Full-Mesh-Verdrahtung im GbE-Bereich hat und somit für den Aufbau von Prozessorfarmen oder Clustern bestens geeignet ist. Beide beschriebenen Versionen gibt es mit und ohne Rear I/O.
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