RWTH Aachen

E-Mobil StreetScooter soll nur 5000 Euro kosten

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Ein weiteres Beispiel ist das intelligente Thermomanagement, das für angenehme Temperaturen im Innenraum sorgt. Herkömmliche Klimaanlagen würden bei großer Wärme und Kälte ähnlich viel Energie verbrauchen wie der Antrieb.

Der Prototyp des StreetScooters wird als 3+1-Sitzer gebaut, der noch Raum für einen Kindersitz bietet. Das modulare System ermöglicht künftig eine Modellpalette vom kompakten Zweisitzer oder Cabrio bis zum Nutzfahrzeug.

Die Basis dafür liefert unter anderem ein Rahmen aus Stahlprofilen, der relativ unkompliziert verlängert werden kann. Wie bei diesen Elementen greifen die Ingenieure überall wo es möglich ist auf Standardprodukte zurück, die zum Teil adaptiert oder leicht modifiziert werden. Das optimiert die Kosten.

Gleiches gilt für den Bau des Autos: Gemäß dem innovativen Produktionskonzept wird der StreetScooter mit 20 statt der üblichen 100 Montagestationen auskommen.

„Unser Ziel ist es, eine weitere Facette der Elektromobilität zu verdeutlichen, die bislang kaum berücksichtigt wurde“, fasst Professor Kampker die grundsätzliche Ausrichtung des Projekts zusammen. „Einerseits beziehen wir gezielt mittelständische Firmen ein und qualifizieren sie durch die Mitarbeit im Konsortium für hochkomplexe Entwicklungs- und Produktionsschritte. Andererseits bereiten wir das gewonnene Wissen aus diesem Projekt für die gesamte Wirtschaft auf, also auch für die großen Automobilhersteller, die davon profitieren können“, schildert der Geschäftsführer der StreetScooter GmbH. Aus seiner Sicht wird dadurch insgesamt die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandortes Deutschland gesteigert.

„Eine integrierte Produkt- und Prozessplanung wird in Zukunft wohl entscheidend dafür sein, ob Deutschland wettbewerbsfähig bleibt“, ist Professor Kampker überzeugt. Genau diese integrierte Herangehensweise hat sich bereits im RWTH-Exzellenzcluster „Produktionstechnologie für Hochlohnländer“ bewährt und wird nunmehr auf den StreetSooter übertragen.

„Wenn ich nicht im Vorfeld die späteren Optionen der Fertigung in die Produktgestaltung einbeziehe“, erläutert Kampker, „dann sind bereits viele Kosten und Verfahren im Prozess vorgegeben. Ich schränke also automatisch meine Spielräume unnötig ein. Unser neuer Ansatz erlaubt nunmehr eine Optimierung des gesamten Prozesses, indem jeder Schritt in seinen Auswirkungen auf den folgenden Weg überprüft wird.“

Dabei erscheint es nur konsequent, dass zur Verifizierung und Abrundung des Projekts auch die Realisierung in der Kleinserie erfolgt. Darin sieht Kampker ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal des Aachener Ansatzes.

(Quelle: IDW)

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