Zweirad-Industrie-Verband ZIV

E-Bike, quo vadis?

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Wie erklären Sie sich, dass die E-Bikes weiterhin im Aufwärtstrend liegen?

E-Bikes bieten sehr viele Vorteile, besonders im Bereich der alltäglichen Mobilität – also zum Beispiel dem Weg zum Einkaufen und zur Arbeit. Vielfach spart man mit ihnen Autofahrten, fördert zusätzlich seine Gesundheit und schont die Umwelt.

Ein weiterer Grund für die stetige Zunahme ist die Tatsache, dass immer mehr Anbieter sowohl von Antriebssystemen als auch von Komplettprodukten auf den Markt kommen. Waren es am Anfang überwiegend City-E-Bikes und Trekking-E-Bikes, so wird die Modellvielfalt immer größer, z.B. mit Mountainbikes mit E-Antrieb.

Durch dieses breitere Spektrum an Produkten und Anbietern werden neue Zielgruppen erschlossen und zusätzliche Nachfrage generiert. Nach jüngsten ZIV Schätzungen ist der E-Bike Markt aber noch lange nicht ausgeschöpft. Wir gehen in unseren Prognosen davon aus, dass in den nächsten Jahren noch ein weiteres Wachstum möglich ist. Mittelfristig halten wir einen jährlichen Anteil der E-Bikes am Gesamtmarkt von 15 Prozent für realistisch. Dies entspricht einer jährlichen Stückzahl von rund 600.000 Fahrzeugen.

Neben dem E-Bike sind weiterhin City- und Trekkingräder des Deutschen liebstes Kind. Wo sehen Sie dafür die Gründe und wie wird sich der Markt bei den Renn- bzw. Mountainbikes entwickeln?

Der Markt im Bereich Rennräder und Mountainbikes ist über die letzten Jahre hinweg ein konstanter Markt gewesen. Wir gehen davon aus, dass dies auch weiterhin so bleiben wird. Den Grund für den hohen Marktanteil von City- und Trekkingrädern und auch den steigenden Marktanteil von E-Bikes, sehen wir darin, dass besonders die Alltagsnutzung dieser Produkte zunimmt. City-, Trekkingräder und E-Bikes sind mit ihrer Vollausstattung (Lichtanlage, Gepäckträger usw.) hervorragende Partner der Alltagsmobilität.

Stichwort Stiftung Warentest: Im vergangenen Test vor einigen Wochen gab es überwiegend positive Resultate. Wie kam es dazu, denn noch vor einem Jahr war der Test katastrophal für die Fahrradindustrie?

Der Zweirad-Industrie-Verband hat als Reaktion auf die schlechten Ergebnisse im letzten Jahr sehr viel Aufwand und Arbeit in dieses Thema investiert. Dabei kam heraus, dass es sich in vielen Fällen um falsche Prüfkriterien handelte, die für die negativen Resultate verantwortlich waren.

Gemeinsam mit einigen betroffenen Herstellern haben wir deshalb im Oktober letzten Jahres eine Pressekonferenz durchgeführt, um die Sicht der Industrie zu kommunizieren. Darüber hinaus hat der ZIV bei der letzten Fachbeiratssitzung der Stiftung Warentest (StiWa) im Dezember 2013 massiv Einspruch gegen die angewendeten Methoden u. a. der Betriebsfestigkeitsanalyse eingelegt und eine bessere, transparentere Kommunikation der StiWa gefordert.

Diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Prüfkriterien nun an die Realität angepasst und die Hersteller vor Veröffentlichung der Testergebnisse umfassend informiert wurden. Trotzdem gibt es noch eine ganze Reihe von offenen Fragen und Problemen, die wir intern und dann gemeinsam im Dialog mit der Stiftung Warentest klären werden.

Was unternimmt der Zweirad-Industrie-Verband, um das Image des Fahrrads noch weiter zu fördern? Wie sehen diese Maßnahmen aus?

Der ZIV hat diverse Projekte, um sich nachhaltig für das Image und die Nutzung des Fahrrades einzusetzen. Zunächst haben wir alle Kommunikationsmaßnahmen unter dem Dach der Initiative „Pro Fahrrad“ gebündelt. Dies erlaubt es uns zielgerichtet und effektiv zu kommunizieren. Wir agieren kommunikativ auf vielen verschiedenen Ebenen, wobei wir stets im Blick haben, das Fahrrad als „Wirtschaftsfaktor mit Spaß“ zu positionieren; eine der Kernaufgaben des ZIV als Industrie-Verband.

Konkret betreiben wir seit einigen Jahren sehr erfolgreich aktive Medienarbeit. Darüber hinaus ist als zweiter Punkt natürlich die politische Interessenvertretung zu nennen. Dass wir hier bestens aufgestellt sind, verdeutlicht der Besuch der Bundeskanzlerin auf der letztjährigen EUROBIKE, die damit einer Einladung der Messe Friedrichshafen und des ZIV gefolgt ist.

Für das nächste Jahr haben wir bereits wieder viele spannende Formate und Projekte in der Pipeline, das kann ich an dieser Stelle schon verraten.

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