Siemens Healthcare Dual-Source-Technologie erzeugt zwei verschiedene Energien bei der Computertomographie
Um die Scangeschwindigkeit bei der Herzdiagnose zu erhöhen, sollten statt wie bisher ein Röntgenstrahler und ein Detektor, zwei Röntgenstrahler und zwei Detektoren um den Patienten kreisen. Bisher ließen sich zwei Röntgenröhren aufgrund ihrer Ausmaße nicht in einem CT unterbringen.
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Siemens war es Anfang 2000 gelungen, eine Röntgenröhre zu entwickeln, die nur noch halb so groß und vor allem deutlich leichter ist: die Straton-Röhre. Damit ließen sich nun zwei Strahler und zwei Detektoren in der so genannten Gantry anordnen. Die optimale Herzbildgebung erfolgt am besten in der diastolischen Phase des Herzschlags. Je schneller die Herzfrequenz, desto kürzer wird diese Phase. Bei einem CT-Scanner mit nur einer Röntgenquelle muss das System aus Röhre und Detektor Datenprojektionen von 180° erzielen, um innerhalb der diastolischen Phase eine Aufnahme zu machen.
Bei Dual-Source-CT brauchen die beiden Röhren-Detektor-Kombinationen sich jeweils nur um 90° zu bewegen, um eine ausgezeichnete Herzaufnahme zu erzeugen. Da dadurch die Herzakquisition doppelt so schnell erfolgt, kann die Dosis im Vergleich zu CT-Scannern mit nur einer Röntgenröhre um mehr als die Hälfte verringert werden. Während herkömmliche CTs nur Aufnahmen bei niedrigen Herzraten ermöglichten, lieferte das neue Siemens-System selbst von rasch oder unregelmäßig schlagenden Herzen detailgenaue Bilder — und dies wegen der erhöhten Scan-Geschwindigkeit mit nur noch der halben Strahlendosis.
Zwei verschiedene Energien - „Dual Energy“
Zwei Röntgenröhren können gleichzeitig verschiedene Energien erzeugen. Aus einem mit zwei unterschiedlichen Strahlungsenergien - „Dual Energy“ genannt. So aufgenommene Daten lassen sich vielfältige Aussagen zur Gewebeart, -zusammensetzung oder -durchblutung machen, für die bisher mehrere Untersuchungsschritte oder -methoden notwendig waren. Das Dual-Energy-Verfahren erspart dem Patienten mehrmalige Scans, beschleunigt im Klinikum die Arbeitsabläufe und eröffnet außerdem neue klinische Anwendungsfelder für die Computertomographie.
Siemens bietet bereits zehn spezielle Dual-Energy-Applikationen, mit denen sich zum Beispiel Erkrankungen an Herz, Gehirn, Lunge und Gelenken der Extremitäten leichter als bisher diagnostizieren lassen. „Als erstes Unternehmen hat Siemens das enorme Potenzial der Dual-Source-Technologie und deren Bedeutung für die Zukunft der Computertomographie erkannt und inzwischen werden wir durch eine ganze Reihe überzeugender Ergebnisse sowohl aus der Forschung als auch der Routinediagnostik bestätigt“, sagte Sami Atiya.
Gesamtes Herz in einer viertel Sekunde abbilden
Weltweit wurden inzwischen mehr als 1,2 Mio. Herz-CTs ohne Beta-Blocker durchgeführt und rund 200.000 Dual-Energy-Untersuchungen. Damit hat sich diese Technologie eindeutig in der Spitzendiagnostik und in der Patientenversorgung etabliert. Im November 2008 hat Siemens sein Portfolio im Premiumsegment durch das Nachfolgegerät Somatom Definition Flash erweitert, ebenfalls ein Dual-Source-CT. Es kann das gesamte Herz in etwa einer Viertelsekunde abbilden, das ist kürzer als ein halber Herzschlag. Die dabei auftretende Strahlendosis beträgt weniger als ein Millisievert, während die durchschnittliche effektive Dosis für Herzscans üblicherweise zwischen 8 und 30 mSv beträgt.
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Link: Somatom von Siemens
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