Mobilfunkprotokolle

Drei Trends, um HF-Systeme im Automobil künftig zu testen

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Warum eCall eine sicherheitsrelevante Technik ist

Das System eCall der Europäischen Union und das ähnliche System ERA-GLONASS (Russland) kombinieren Mobilfunk und Satellitenortung, um Verkehrsteilnehmern bei Unfällen schnelle und zuverlässige Hilfe zu leisten. Beide Systeme stützen sich auf Satellitenpositionsdaten, das erste auf GPS und letzteres auf GLONASS. Erfassen die Fahrzeugsensoren Ereignisse, wie beispielsweise der Airbag wird ausgelöst, überträgt eCall automatisch die Standortinformationen in Form eines Mindestdatensatzes (Minimum Set of Data, MSD) an eine Notrufzentrale und baut über ein Inband-Modem eine Sprach- und Datenverbindung auf.

Die Funktion des GSM-Chipsatzes, das Modem und des gesamten eCall-Systems müssen in der Entwicklungsphase gründlich getestet werden. Zudem muss die Leistung in der Fertigung verifiziert werden, damit das System unter allen spezifizierten Bedingungen zuverlässig kommuniziert. Das Inband-Modem muss auch dann funktionieren, wenn mehrere Störquellen vorhanden sind oder das Funksignal schwach ist. Außerdem muss es ein komplexes Protokoll zur Herstellung und Aufrechterhaltung einer Sprach-/Datenverbindung fehlerfrei umsetzen.

Im Endeffekt müssen Systemlieferanten der Automobilbranche die Leistung von eCall-Systemen und anderer in Fahrzeugen vorhandenen Mobilfunktechniken unter den im Straßenverkehr herrschenden Bedingungen in einem aktiven Netz verifizieren. Ein Netzwerksimulator erstellt notwendige Praxistests und der Hersteller kann jeden Aspekt der Interaktion eines eCall-Systems mit beliebigen globalen Mobilfunknetzen unter Laborbedingungen testen.

Getrennt vom aktiven Netz, lassen sich mit dem Simulator wiederholbare Tests absolvieren, in deren Verlauf Fehler exakt einer bekannten Ursache zugeordnet werden können. Dabei treten keine zufälligen Störungen und unkontrollierte Ereignisse auf, wie sie in aktiven Netzen vorkommen.

* Franz-Josef Dahmen arbeitet bei Anritsu Deutschland als Wireless Field Application Engineer in München.

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