Akustische Kamera

Die Schallsuche an elektrischen und elektronischen Komponenten

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Handmessgerät hilft in der Entwicklung

Die Weiterentwicklung des Systems ermöglicht es, dass ein kompaktes Handmessgerät mit einfacher Bedienung verfügbar ist. Sie hat sich in vielen Branchen schon jetzt als unersetzliches Hilfsmittel erwiesen und etabliert sich immer mehr im Maschinenbau und bei Haushaltsgeräten. Auch in Branchen, in denen bisher keine Einsatzmöglichkeiten erkennbar waren, finden sich neue Anwendungen: So wurden gemeinsam mit Spezialisten des IT-Konzern Fujitsu in dessen Werk in Augsburg gemeinsam Untersuchungen durchgeführt.

Beim Einsatz der akustischen Kamera sollte überprüft werden, ob sie Entwicklungsprozesse beschleunigen kann. Um zu untersuchen, ob auch Optimierungspotential für zukünftige Produktserien aufgezeigt werden kann, wurde an akustisch unauffälligen Seriengeräten gemessen. Die erste Messung fand in einem Besprechungsraum statt.

Solche Räume sind oftmals nicht optimal, da Reflexionen und Hintergrundgeräusche die Messergebnisse beeinflussen können. Es wurde hier bewusst getestet, da ein Akustikraum nicht immer verfügbar ist. In diesem Fall dienten die Ergebnisse aus dem Akustikraum zusätzlich zur Verifikation der Messungen.

Motherboards, Grafikkarten und Netzteilen, sowie PCs

Besonders anspruchsvoll wurde die Messaufgabe aufgrund der Tatsache, dass die untersuchten Elektroniksysteme sehr niedrige Schalldruckpegel aufweisen. Die akustische Kamera wurde unter anderem an Motherboards, Grafikkarten und Netzteilen, sowie an kompletten PCs eingesetzt. Dank der einfachen Handhabung konnte Optimierungspotential an allen Baugruppen zügig herausgearbeitet und bildlich dargestellt werden.

In den meisten Fällen genügen Messungen im Besprechungsraum. Für kaum hörbare Geräusche ist der Gang in den Akustikraum allerdings von Vorteil. Am Beispiel des Messergebnis eines Netzteils mit 250 W soll die Leistungsfähigkeit gezeigt werden.

Ziel der Messung war es, die dominantesten Geräuschquellen zu identifizieren. Das identifizierte Bauteil ist ein Schaltnetzteilübertrager aus Ferrit. Wird der Strom durch dieses Bauteil geändert, ändert sich das magnetische Feld im Übertrager.

Dadurch verkürzt oder verlängert sich das Bauteil bei gleichzeitig konstant bleibendem Volumen. Dieser Effekt nennt sich Magnetostriktion. Durch diese Längen- und Breitenänderung wird Schall erzeugt, der durch die akustische Kamera sichtbar wird.

* Maik Kuklinski ist technischer Vertriebsingenieur für die akustische Kamera bei CAE Software und Systems.

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