Leiterplattenmontage

Die Mischung macht's: Dissipative Keramik in der Elektronik

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Hohe Robustheit für eine lange Lebensdauer

Eine hohe mechanische Festigkeit war für die Pinzette eine wesentliche Vorgabe, denn ein hoher Grad an Robustheit im täglichen Gebrauch steht für eine lange Lebensdauer. Um aus der Zusammensetzung von Aluminium- und Zirkoniumdioxid die elektrisch leitfähige Werkstoffversion mit einem spezifischen Oberflächenwiderstand zu erhalten, wurde ein drittes oxidisches Material zugegeben.

Bei der Entwicklung der Mischung betrug die Zielvorgabe des Oberflächenwiderstands 105 bis 107 Ohm. Dabei ist Neben der Art und Menge der Dotierung auch das Mischverhältnis zwischen Aluminiumoix und Zirkoniumoxid entscheiden. Die Keramikmischung macht die Pinzette antistatisch, rostfrei, verschleißfest und nicht zuletzt extrem temperaturbeständig.

Austauschbare Pinzettenspitzen

Die Pinzetten können auch nur in Form einer Pinzettenspitze hergestellt werden, sodass sie bei Bedarf abgenommen beziehungsweise getauscht werden können. Dies hat vor allem Kostenvorteile, da bei Falschgebrauch, Verschleiß oder ähnlichen Gebrauchsspuren nicht mehr die vollständige Pinzette ersetzt werden muss, sondern lediglich die Spitze.

In diesem Fall wird die Pinzettenspitze mit einem individuell angepassten Gewinde versehen. Dieses dient dazu, die Spitze mit dem Haltegriff des Pinzettengriffs aus Metall oder Kunststoff zu verbinden. Die Spitze an sich ist ein Formteil mit einer spezifischen Ausprägung. Die Geometrien differieren hinsichtlich Länge, Dicke sowie geraden und gebogenen Spitzen.

Keramischer Spritzguss für die Formgebung prädestiniert

Die Form der Keramik-Spitze mit dem Gewinde realisiert Sembach durch den keramischen Spritzguss (ceramic injection moulding oder CIM). Diese Formgebungsmethode bietet die meisten gestalterischen Möglichkeiten für technische Keramik und ist vor allem für komplexere Bauteilformen wie Gewinde und Hinterschneidungen geeignet.

Entwickler und Konstrukteure erhalten so mehr Spielraum in der Planung keramischer Bauteile. Auch die hohe Prozesssicherheit des keramischen Spritzgusses prädestiniert das Verfahren für die Verarbeitung hochwertiger Rohmaterialien. Durch die Einspritzung der Keramikmasse in eine Form erzielt die Formgebungsmethode eine gleichmäßige Verdichtung im gesamten Bauteil.

* Christian Montel ist bei Sembach für den Technischen Vertrieb zuständig.

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