Die fünf größten Irrtümer in der Elektronikkühlung

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Für Thermosimulationen sind keine Großrechner notwendig

Vorbei sind die Zeiten, in denen man Großrechner für solche „Wettersimulationen“ einsetzen musste. Typische Simulationsaufgaben in der Elektronikentwicklung finden heutzutage am eigenen Schreibtisch statt.

Auch bedarf es keines Spezialwissens über Strömungsmechanik oder zu den physikalischen Gleichungssystemen für Wärmeleitung, Konvektion oder Wärmestrahlung. Eine moderne Software bietet eine einfache Oberfläche um Modelle aufzubauen und die Aufgabenstellung zu definieren.

Die wissenschaftliche Expertise bietet viele kleine Hilfen und Automatismen, um die Wärmewege aufzuschlüsseln. Eine klare Ergebnisvisualisierung macht es selbst Quereinsteigern möglich, sich um das Kühlkonzept zu kümmern und neue Ideen zu entwickeln.

4. Thermische Simulationswerkzeuge zeigen kaum Unterschiede – man entscheidet nach Preis.

Technisch gesehen nutzen alle Simulationstools sehr ähnliche Berechnungsverfahren. Die meisten auf dem Markt erhältlichen Werkzeuge blieben in ihrer Lösungstechnologie (Vernetzer / Solver) in den letzten 20 Jahren weitestgehend unverändert.

Der Gedanke dahinter ist mehr oder weniger: „Wenn die physikalischen Gesetze und Formeln bezüglich der Thermodynamik sich in den letzten Jahren nicht verändert haben – warum sollte sich dann die Art der CFD-Berechnung verändern?“ Dieser Gedankengang resultiert leider oft in veralteter Software, welche keine intuitive Modellierung und entsprechende Automatismen unterstützt, die ein Entwicklungsingenieur heutzutage erwartet.

Anstatt die thermische Simulation als „in Stein gemeißelt“ anzusehen, sollten Ingenieure die Möglichkeit nutzen, verschiedene Tools zu testen und die zu ihrer Arbeitsphilosophie und Aufgabenstellung passende Software auswählen.

5. Eine gute Anwenderunterstützung für Simulationssoftware ist entweder kaum zu bezahlen oder nie zu erreichen.

Dieses Urteil ist leider viel zu oft zu hören. Kaum hat man sich eine Software angeschafft, sollte diese vom ersten Tag an effizient eingesetzt werden können. Doch dies geht nur, wenn während der Startphase eine sehr gute Anwenderunterstützung jederzeit zur Stelle ist, die sich über die Softwarefunktionen hinaus auch im realen Applikationsumfeld sehr gut auskennt. Hier trennt sich meist die Spreu vom Weizen und es wird sehr schnell sichtbar, ob ein Softwarehändler sich auch die Kundenbetreuung als Qualitätsmerkmal auf die Fahne schreibt.

An dieser Stelle muss man manchen Händlern oder Softwareherstellern auch zugestehen, dass sie nur Software verkaufen und relativ wenig mit dem täglichen Kampf, ein effizientes, zuverlässiges und funktionell überzeugendes Elektronikprodukt herzustellen, zu tun haben.

Wie gut ist die Unterstützung durch den Tool-Anbieter?

Prüfen Sie den Hotline-Support während des Softwaretests sehr genau. Wie ist die Expertise für Elektronikkühlung, wie kennt sich der Partner in meinem Produktumfeld aus, wie schnell reagiert er auf meine Anfragen und wie kompetent und nachhaltig lehrend ist die Antwort?

Dies ist der Schlüssel, wie schnell Sie sich in die Simulationswelt Ihres Applikationsbereichs einarbeiten können und wie schnell Sie greifbare Ergebnisse in Ihre Entwicklung einfließen lassen.

Je besser dieser Support ist, desto schneller und nachhaltiger lernen Sie und umso schneller benötigen Sie den Support dann in Zukunft auch nicht mehr.

Eine Unterstützung durch den Anbieter ist nur dann eine gute Lösung, wenn Sie danach verstehen, wie es zum Problem kam und den Lösungsweg in Zukunft jederzeit selber finden könnten.

* Tobias Best ist Geschäftsführer von ALPHA-Numerics in Nastätten.

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