EMV-Richtlinien für Geräteprüfungen, Teil 6 Die FCC-Zulassung eines RFID-Readers in den USA

Autor / Redakteur: Bernd Selck* / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Im letzten Teil unserer Serie zeigen wir Ihnen am Beispiel eines RFID-Lesegerätes, wie die Zulassung durch die FCC erfolgt. Dabei geht der Beitrag auf die notwendigen Spezifikationen ein und beschreibt technische Anforderungen.

Anbieter zum Thema

Ein RFID-Reader, der Frequenzen unterhalb von einem GHz nutzt, fällt gemäß Definition unter das Scope A1 „Low Power Transmitters Below 1 GHz (Except Spread Spectrum), Unintentional Radiators, EAS (Part 11) & Consumer ISM devices“. Die für die Zulassung relevanten Anforderungen sind detailliert in den Subparts 15C des CFR 47 beschrieben. Der Subpart 15.225 beschreibt generell Anforderungen für Geräte, die in dem Frequenzband 13.110 bis 14.010 MHz arbeiten und kann für einen RFID-Lesegerät, der auf 13.56 MHz arbeitet, herangezogen werden. Für die Zulassung müssen neben technischen auch administrative Anforderung eingehalten werden.

Technische Anforderungen gemäß 15.225

Emission Mask (Quelle: FCC-Datenbank) (Archiv: Vogel Business Media)

Die Technischen Anforderungen sind im Subpart 15.225 beschrieben. In diesem wird für die Ausgangsleistung keine Leistungsmessung vorgeschrieben. Dazu ist eine Emission Mask definiert. Die Feldstärke darf im Frequenzband von 13.553 bis 13.567 MHz gemäß 15.225(a) 15,848 µV/m eine Entfernung von 30 m (Gerät Antenne) nicht überschreiten.

Für die Frequenzen von 13.410 bis 13.553 MHz und 13.567 bis 13.710 MHz dürfen gemäß 15.225(b) 334 µV/m bei einem Messabstand von 30 m nicht überschritten werden. In den Frequenzbereichen 13.110 bis 13.410 MHz und 13.710 bis 14.010 MHz ist der erlaubte Grenzwert gemäß 15.225(c) 106 µV/m ebenfalls bei einem Messabstand von 30 m einzuhalten.

Für alle Abstrahlungen außerhalb des Frequenzbandes sind die Grenzwerte gemäß 15.209 Radiated Emissions (Generelle Anforderungen) anzuwenden. Die Messung muss bei der niedrigsten im Gerät generierten Frequenz oder bei 9 kHz beginnen. Für Messungen unterhalb von 30 MHz ist eine Loop-Antenne vorgeschrieben. Rod-Antennen dürfen nicht verwendet werden.

Die Frequenzstabilität gemäß 15.225(e) der Trägerfrequenz muss gegenüber Spannung und Temperatur ermittelt werden. Die erlaubten Abweichungen sind mit ±0.01% der Trägerfrequenz vorgegeben. Die Spannung muss von ±15% der Nennspannung geregelt werden. Bei batteriebetriebenen Geräten müssen die minimalen und maximalen Batterieendpunkte gewählt werden.

Die Spannungsvariationen werden bei 20 °C in 5%-Schritten der Nennspannung durchgeführt und die Temperatur wird von —20 bis 50 °C variiert. Geprüft wird bei Nennspannung in 10°-Schritten. So genannte Powered Tags gemäß 15.225(f) müssen entweder mit dem Reader oder separat zugelassen werden.

(ID:312818)