Smartphone-Lautsprecher Die Chemie macht die Musik
Klingen statt kleben: Üblicherweise sind Haft-, Zug- und Scherkräfte bei der Klassifizierung einer Klebmasse tonangebend. In Lautsprecher-Membranen sorgt der Molekül-Mix dagegen für den richtigen Sound.

Früher galt: Kleben heißt, zwei Dinge zusammenzufügen. Im Laufe der Zeit übernahmen Klebebänder auch Zusatzfunktionen, zum Beispiel das Licht- und Wärme-Management in modernen Elektronikgeräten. Nun gibt es auch Anwendungen, bei denen der spezifische Hafteffekt von Klebmassen nahezu keine Rolle mehr spielt.
Vielmehr geht es darum, besondere Eigenschaften zu nutzen, die zwar nicht unmittelbar in den Blick, dafür aber sofort ins Ohr fallen: Die weit verzweigten und in sich verschlungenen Acrylat-Molekülketten haben extrem gute Dämpfungseigenschaften. Dies prädestiniert sie für den Schichtaufbau von kleinen Lautsprecher-Membranen. Man könnte auch sagen: Die Chemie macht die Musik!
Global Player in der Elektronikindustrie stellen immer höhere Anforderungen an das akustische Leistungsspektrum ihrer Multifunktionsgeräte. Mobiltelefone müssen beispielsweise nicht nur Sprache einwandfrei übermitteln, sondern auch melodisch anspruchsvolle Tonfolgen von sich geben. Üblicherweise kommen in Handys zwei unterschiedliche Lautsprecher-Typen zum Einsatz: elektrodynamische Speaker und Receiver.
Die hochwertigen Speaker haben einen Frequenzbereich zwischen 500 und 5000 Hertz und sind notwendig für komplexe Klang-Kompositionen wie Klingeltöne, Apps, Musik und Spiele. Receiver (ca. 300 - 3000 Hertz) genügen für die Übertragung von Telefongesprächen.
Komplexe Klang-Kompositionen
Seit vergangenem Jahr kann tesa den rund 15 Firmen, die das wachsende Geschäft mit den winzigen Lautsprechern zumeist in China und Südkorea betreiben, diverse Dreischicht-Produkte anbieten. Diese bestehen oben und unten aus Hochleistungsfolien.
Mittendrin befindet sich eine von mehreren puffernden Acrylat-Klebmassen aus eigener Produktion. Die besondere Anforderung: Zwei sich widerstrebende Eigenschaften müssen miteinander kombiniert werden – dünne Hochleistungsfolien sorgen für hohe Steifigkeit, die Klebmasse im Inneren für Flexibilität.

Der Mobiltelefonmarkt, vor allem das Segment der Smartphones, ist ein Geschäft, in dem wahrlich noch eine Menge Musik drinsteckt. Laut Analysen des internationalen Marktforschungsunternehmens IDC waren im Schlussquartal 2012 bereits 45,5 Prozent der weltweit abgesetzten Handys hochmoderne Smartphones (2010: nur rund 20 Prozent). Insgesamt wurden im vergangenen Jahr etwa 1,7 Milliarden Geräte verkauft, davon 712,6 Millionen Smartphones.
Und das Marktwachstum soll sich nach Prognosen von IDC rasant fortsetzen: Bereits 2014 werden mehr als 1 Milliarde Smartphones über den Ladentisch gehen, im Jahr 2016 rund 1,4 Milliarden. Das tesa-Sortiment für die Elektronikindustrie umfasst derzeit mehr als 150 Produkte.
* Gunnar von der Geest ist PR-Manager Fachpresse und Wissenschaft bei der tesa SE.
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