30 Jahre OLED-Forschung Verbesserte OLED-Materialien für die nächste Display-Generation

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Rund 80 internationale Display-Experten trafen sich zum DFF Summit bei Merck Electronics in Darmstadt. Im Mittelpunkt des Austauschs standen neue Materialien und nachhaltige Produktionsansätze.

Vortrag von Dr. Georg Bernatz, Global Head of Technical Marketing OLED bei Merck Electronics. Der Summit des DFF vom 3. bis 4. Juli bei Merck Electronics in Darmstadt stand das Thema OLED im Mittelpunkt.  (Bild:  DFF)
Vortrag von Dr. Georg Bernatz, Global Head of Technical Marketing OLED bei Merck Electronics. Der Summit des DFF vom 3. bis 4. Juli bei Merck Electronics in Darmstadt stand das Thema OLED im Mittelpunkt.
(Bild: DFF)

Die Experten des DFF trafen sich am 3. und 4. Juli bei Merck Electronics in Darmstadt. Im Fokus standen New Materials – 30 Years of OLED Research. Rund 80 internationale Displayexperten kamen an den beiden Tagen zusammen, um sich intensiv über die Meilensteine der 30-jährigen Geschichte der OLED-Forschung auszutauschen und sich mit anderen Experten zu vernetzen.

In seiner Begrüßungsrede sagte Dr. Armin Wedel, 1. Vorsitzender des DFF und Bereichsleiter am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam, dass „wir bereits im Jahr 2006 mit Anwendungen von OLEDs im Automobil starteten.“ Weitere Meilensteine der langjährigen Kooperation zwischen dem DFF und Merck sind die Entwicklung von Polymermaterialien mit funktionellen Seitenketten mit Loch- und Elektronentransporteigenschaften, vernetzbare Lochtransportmaterialien zum Aufbau von Multischichten und die Entwicklung von Quantum Dots (QDs) für QD-LED.

Stabile Lieferketten durch eine enge Zusammenarbeit

Noch nie zuvor waren so viele Frauen bei einem Summit Meeting dabei. (Bild:  DFF)
Noch nie zuvor waren so viele Frauen bei einem Summit Meeting dabei.
(Bild: DFF)

Die OLED-Forschung und -Produktion sind heute mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, die weit über die technischen Aspekte hinausgingen. „Insbesondere die Stabilität der Lieferkette sicherzustellen, ist eine zentrale Aufgabe“, erklärte Dr. Michael Grund, Head of Business Field LC Windows bei Merck Electronics.

„Nur durch innovative Ansätze und eine enge Zusammenarbeit innerhalb der Branche können wir diese Hürden überwinden und die Technologie weiter voranbringen. Das Summit bietet die ideale Plattform, um genau diese Zusammenarbeit zu fördern und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“ Der erste Meetingtag endete mit einem Abendessen im hauseigenen Restaurant, bei dem die Teilnehmer ausgiebig Gelegenheit hatten, sich zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen.

Hintergrund: 30 Jahre OLED

Vor 30 Jahren berichteten Prof. Ching W. Tang und Steven Van Slyke von Eastman Kodak erstmals von einem Leuchtdiodenaufbau aus organischen Materialien. Dabei wurde eine neuartige Zweischichtstruktur mit getrennter loch- und elektronentransportierender Schicht verwendet, so dass Rekombination und Lichtemission in der Mitte der organischen Schicht auftraten. Das führte gegenüber der in den 50iger Jahren entdeckten Elektrolumineszenz von organischen Materialien zu einer niedrigeren Betriebsspannung und höherer Effizienz. Es stellte den Beginn der heutigen OLED-Forschung und –Produktion von Dünnschicht-OLEDs dar.

Optimierte OLED-Materialien: Wegbereiter der nächsten Display-Generation

In seinem Vortrag Advancing OLED Material for Next Generation Displays thematisierte Dr. Georg Bernatz, Global Head of Technical Marketing OLED bei Merck Electronics, die stetig wachsenden Anforderungen des Displaymarktes, wie Lebensdauer, Farbtreue, Farbraum, Bildwiederholrate sowie Effizienz. Das Wissenschafts- und Technologieunternehmen blickt auf eine mehr als 20-jährige Geschichte der OLED zurück und hat sich in den meisten OLED-Panels entlang der Roadmap von OLED-Produkten qualifiziert, darunter (faltbare) Smartphones, Automotive-Anwendungen, OLED-Fernseher sowie QD-OLED-Fernseher.

Dr. Bernatz stellte in seinem Vortrag das Master Triangle of OLED Stacks vor: „Unser Ziel ist es, die Grenzen der OLED-Technologie zu erweitern und die Betriebsspannung, Effizienz und Lebensdauer von OLED-Stacks zu verbessern. Durch die Kombination von Deuterierung, Computermodellierung und Molekülsynthese streben wir danach, innovative OLED-Materiallösungen zu entwickeln, die den steigenden Anforderungen der Displayindustrie gerecht werden – insbesondere auch bezüglich wichtiger Parameter wie Pixel-Crosstalk und -Kapazitäten.“

Mercks Expertise erstreckt sich über den gesamten OLED-Stack – von der Entwicklung einzelner Materialschichten bis zur Optimierung des Gesamtsystems. Das ermöglicht maßgeschneiderte Entwicklungen für Displays in Smartphones, Fernsehern und flexiblen Geräten.

Nachhaltigkeit beim Thema OLED

Eine wichtige Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit. Das zeigte Dr. Heinrich Becker vom Chemical Process Development and Enablement bei Merck Electronics in seinem Vortrag Towards a Circular Economy in Industrial OLED Display Production. Merck entwickelte dazu das Tool GreenSpeed, das verschiedene Berechnungen durchführt und dadurch den CO2-Fußabdruck bei chemischen Reaktionen senken kann.

Am zweiten Tag konnten die Teilnehmer bei geführten Touren die Produktionsanlagen und Labore des Gastgebers Merck Electronics kennen lernen. Neben der hochmodernen Produktionsanlage für OLED-Materialien auf einer Fläche von rund 3.600 m², erhielten die Teilnehmer Einblicke in die Forschungslabore. Dort wird an der nächsten Generation von OLED-Materialien gearbeitet, um den steigenden Anforderungen an Effizienz, Lebensdauer und Bildqualität gerecht zu werden.

(heh)

(ID:50098161)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung