NASA-Mondmission Dewetron-Messtechnik sichert Start der Artemis II ab

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die erste bemannte Mondmission seit über 50 Jahren ist unterwegs. Bei der Validierung der sicherheitskritischen Systeme vor dem Launch setzte die NASA auf dezentrale Datenerfassung von Dewetron mit hunderten synchronisierten Kanälen.

Auf dem Weg zum Mond: Um einen reibungslosen Start der Artemis-II-Mission zu gewährleisten, validierte die NASA Rakete und Startplattform vorab mithilfe dezentraler DAQ-Systeme von Dewetron.(Bild:  NASA/Bill Ingalls)
Auf dem Weg zum Mond: Um einen reibungslosen Start der Artemis-II-Mission zu gewährleisten, validierte die NASA Rakete und Startplattform vorab mithilfe dezentraler DAQ-Systeme von Dewetron.
(Bild: NASA/Bill Ingalls)

Der erfolgreiche Start der Artemis-II-Mission markiert einen Meilenstein in der Raumfahrtgeschichte. Zum ersten Mal seit den Apollo-Missionen ist wieder eine vierköpfige Crew auf dem Weg zum Mond. Eine entscheidende Rolle in der kritischen Test- und Validierungsphase der Space Launch System (SLS) Rakete sowie der Orion-Kapsel spielte dabei Technologie aus Europa. Der österreichische Messtechnikspezialist Dewetron lieferte hochpräzise Datenerfassungssysteme (DAQ) für die Boden- und Testinfrastruktur der NASA.

Mehr als 500 Sensoren auf der Startplattform

Die Systeme von Dewetron kommen dort zum Einsatz, wo extreme Umweltbedingungen und gigantische Datenmengen aufeinandertreffen. Ein zentraler Einsatzort war die Mobile Launch Platform (MLP). Hier erfassten die Messgeräte parallel Daten von über 500 Sensoren, um unter anderem die extremen Vibrationen, den Schalldruck und die mechanische Belastung (Strain/Load) auf den Startturm und die Versorgungsleitungen (Umbilicals) zu überwachen.

Auch bei den strukturellen Belastungstests der Orion-Kapsel (Modal Testing) und der Validierung des Kapsel-Rettungssystems (Launch Abort System) griff die NASA auf die Messtechnik aus der Steiermark zurück, um sicherzustellen, dass die Lebenserhaltungssysteme der Crew reibungslos funktionieren.

Dezentrale Datenerfassung und galvanische Isolation

Die messtechnische Herausforderung bei einer über 90 Meter hohen Rakete liegt in der Verteilung der Sensoren und den extremen elektromagnetischen Störungen beim Start. Statt hunderte Meter analoger Kabel zu verlegen, nutzte die NASA dezentrale DAQ-Chassis nahe an den Sensoren, die über Ethernet synchronisiert wurden. Zum Einsatz kamen beispielsweise die Dewetron OXYGEN-NET. Damit ist ein Setup mit weit über 1.000 synchronisierten Kanälen möglich. Hochgradig isolierte Eingänge schützten die Messketten vor elektromagnetischen Interferenzen, während die Daten zeitgleich redundant gespeichert und per Fast-Fourier-Transformation (FFT) in Echtzeit auf gefährliche Resonanzen analysiert wurden.

„Artemis II steht für den nächsten großen Schritt der bemannten Raumfahrt. Unsere Technologie liefert die Datengrundlage, um sicherzustellen, dass jedes System unter diesen extremen Anforderungen zuverlässig funktioniert“, fasst Christoph Wiedner, CEO von Dewetron, zusammen. Die bei der NASA genutzte DAQ-Architektur (hohe Kanalanzahl, exakte Synchronisation, galvanische Trennung) kommt dabei nicht nur in der Raumfahrt zum Einsatz, sondern wird von Dewetron auch für komplexe Prüfstände in der Elektromobilität oder bei erneuerbaren Energien adaptiert. (heh)

(ID:50810419)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung