Produktion der Zukunft „Deutschland profitiert doppelt von Industrie 4.0“

Kristin Rinortner

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Welche Herausforderungen es auf dem Weg in die neue Produktionswelt „Industrie 4.0“ gibt: ein Interview mit Michael Höing, Leiter der Division Elektronik bei Weidmüller.

Michael Höing, Weidmüller: „Der Schlüssel liegt in der Flexibilität in der Fertigung – also mehr verschiedene und individuellere Modelle in kürzerer Zeit!“(Bild:  Weidmüller)
Michael Höing, Weidmüller: „Der Schlüssel liegt in der Flexibilität in der Fertigung – also mehr verschiedene und individuellere Modelle in kürzerer Zeit!“
(Bild: Weidmüller)

Herr Höing, das Schlagwort Industrie 4.0 war auf der Hannover Messe in aller Munde. Woran arbeitet Weidmüller in diesem Zusammenhang?

Höing: Informations- und Kommunikationstechnologie sind die Haupttreiber der Weiterentwicklung innerhalb der Industrie 4.0. Diese Technologien sinnvoll mit Komponenten und Applikationen der Kunden zu verknüpfen ist unser derzeitiges Entwicklungsziel. Noch ist Industrie 4.0 eine Zukunftsvision, an der heute verschiedene Firmen mit unterschiedlichen Konzepten und unterschiedlichen Ambitionen arbeiten. Aber eines Tages wird diese Vision Realität sein – davon sind wir überzeugt.

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Können Sie Industrie 4.0 kurz definieren?

Höing: Ausgangspunkt ist die Evolution von der Industrie 1.0 zur Industrie 3.0 – der heutigen Automatisierungstechnik. Unter Industrie 4.0 versteht man den Sprung zu zukünftigen Automatisierungsstrukturen, die derzeit in den Automatisierungshochburgen der Welt insbesondere in Deutschland entsteht. In keinem anderen Land der Welt werden mehr Standards im Bereich der Automatisierung entwickelt als hierzulande.

Ziel ist eine Automatisierungsstruktur, die so gestaltet ist, dass extrem wandlungsfähige Produktionsanlagen entstehen. Diese Wandlungsfähigkeit erlaubt es, schnell und einfach auf sich ändernde Kundenwünsche zu reagieren und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu fertigen. Um dies zu realisieren, sind alle Komponenten über ein Netzwerk verbunden, in dem sie interaktiv miteinander kommunizieren. Voraussetzung dafür ist eine starke Interaktion zwischen allen Produkten von Elektronikkomponenten, die am Automatisierungsprozess beteiligt sind.

Künftig wird eine Produktionsanlage also die Teile nach den Wünschen eines spezifischen Kunden in Kleinserien fertigen?

Höing: Dieses neue System klingt zunächst sehr futuristisch – und tatsächlich kann heute noch niemand sagen, wie es denn eines Tages wirklich aussehen wird. Schließlich gibt es bislang noch kein Unternehmen, das diesen Status bereits erreicht hat – doch viele Unternehmen wissen, wohin es gehen soll. Und genau dieser futuristische Ansatz führt uns zu den Lösungen, die Industrie 4.0 künftig attraktiv machen werden.

Heute wird von zentraler Stelle aus kommuniziert, was produziert werden soll und die Maschine oder die Fertigungsanlage entsprechend gesteuert. Doch diese Steuerung wird es bei Industrie-4.0-Systemen nicht mehr geben. Die klassische Automatisierungspyramide wird abgelöst durch ein Netzwerk, das durch viele intelligente Komponenten gekennzeichnet ist, die in diesem Netzwerk agieren.

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