Lithium-Versorgung Bedarf lässt sich mit heimischen Quellen decken

Von Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther 1 min Lesedauer

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Auch mit recyceltem Lithium aus Altbatterien wird sich in Zukunft der Bedarf an Lithium nicht decken lassen. Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben sich des Problems angenommen und nun weitere Lithium-Quellen in Europa vorgestellt.

Um den Bedarf an Lithium in den kommenden Jahren zu decken, bedarf es laut einer aktuellen Studie zusätzlicher Quellen.(Bild:  Amadeus Bramsiepe, KIT)
Um den Bedarf an Lithium in den kommenden Jahren zu decken, bedarf es laut einer aktuellen Studie zusätzlicher Quellen.
(Bild: Amadeus Bramsiepe, KIT)

Die Mitte August in Kraft getretene EU-Batterieverordnung stärkt die Kreislaufwirtschaft und soll dafür sorgen, dass mehr Lithium aus Altbatterien weiter genutzt wird. Doch das wird kurz- und mittelfristig nicht ausreichen, um den Bedarf in Deutschland und Europa zu decken. Forschende des KIT haben nun in einer Studie des Thinktank Industrielle Ressourcenstrategien weitere Lithium-Quellen in Europa beschrieben.

„Batterierecycling spielt eine wichtige Rolle. Um den Bedarf an Lithium durch Elektromobilität und Energiespeicher in den kommenden Jahren zu decken, benötigen wir jedoch viel mehr von dem Rohstoff“, erklärt Professor Jochen Kolb vom Institut für Angewandte Geowissenschaften des KIT. „Deshalb müssen wir zusätzlich auf andere Quellen zugreifen.“

34.000 Tonnen Lithiumhydroxid aus Gesteinen

In Europa gibt es bereits Projekte zur Gewinnung von Lithium, die unterschiedliche Wege gehen. Im französischen Beauvoir wird in den nächsten Jahren mit dem Abbau aus einer konventionellen Mine begonnen: pro Jahr sollen 34.000 Tonnen Lithiumhydroxid aus den dort gewonnenen Gesteinen produziert werden. Das entspricht der Menge, die für 700.000 Elektrofahrzeuge mit Lithium-Ionen-Akkus nötig ist.

In Deutschland wird an neuen Fördermethoden und Aufbereitungstechnologien geforscht und gearbeitet: An Geothermie-Kraftwerken in Bruchsal sowie in Insheim und Landau gibt es Lithium-Extraktionsanlagen im Pilotmaßstab, die das Element aus dem hochgepumpten Thermalwasser des Oberrheingrabens gewinnen. „Diese Lithium-Projekte helfen dabei, eine stabilere und diversifizierte Lithiumversorgung für Deutschland und Europa zu erreichen“, so Kolb. „Wichtig ist nun aber auch, dass die Rahmenbedingungen für die heimische Gewinnung von Rohstoffen angepasst werden.“

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