Gadgets Deutscher Unternehmer entwickelt smarten Taktgeber für Musiker

Redakteur: Franz Graser

Der Pianist Florian Simmendinger hat ein digitales Metronom entwickelt, das Musiker während des Auftritts unauffällig am Arm tragen können. Simmendinger kam die Idee für das Gerät, weil ihn das Ticken der konventionellen mechanischen Taktgeber störte.

Anbieter zum Thema

Der Soundbrenner Pulse, den diese Geigerin am Arm trägt, ersetzt ein konventionelles Metronom. Da sich bis zu zehn Geräte per App verbinden lassen, ist es möglich, einer Band oder einem kleinen Orchester einen synchronen Takt zu übermitteln.
Der Soundbrenner Pulse, den diese Geigerin am Arm trägt, ersetzt ein konventionelles Metronom. Da sich bis zu zehn Geräte per App verbinden lassen, ist es möglich, einer Band oder einem kleinen Orchester einen synchronen Takt zu übermitteln.
(Bild: Trouni Tiet/HKTDC)

„Warum soll man einen Takt nur hören und nicht fühlen? Heutzutage bieten uns die neuen Techniken so viele Möglichkeiten“, so Simmendinger, der sich ungern an das Ticken des traditionellen Metronoms zurückerinnert, das ihn nach einem langen Aufnahmetag im Studio oft genervt hatte.

Um das Hand- oder Fußgelenk geschnallt, gibt das Gerät mit dem Namen „Soundbrenner Pulse“ Vibrationen ab, deren Tempo vorher über eine Smartphone-Applikation einprogrammiert oder manuell über die Oberfläche des Gerätes eingegeben wurde.

Die Möglichkeit, bis zu zehn Geräte per App zu verbinden, ist ein weiteres Feature des „Soundbrenner Pulse“. „Damit kann einer Band oder einem Orchester ein synchroner Takt übermittelt werden“, erzählt der Pianist und Entwickler. Eine im Gerät eingebaute Beleuchtung gibt zusätzliche visuelle Unterstützung, wenn man beispielsweise einen Auftritt in einer sehr geräuschvollen Umgebung hat.

Die Crowdfunding-Webseite Indiegogo, über die der Unternehmer durch Vorbestellungen mehr als 200.000 US-Dollar generieren konnte, verhalf dem Startup Soundbrenner erst richtig zum Erfolg. „Schon bevor das Gerät überhaupt in die Läden kam, hatten wir mehr als 2.000 Vorbestellungen und so über 200.000 Dollar zusammen. Dies zeigt, wie begeistert die Leute von unserem Produkt sind und das machte es auch leichter für uns, mit Investoren in Kontakt zu treten“, sagt Simmendinger.

Gegründet wurde die Firma Soundbrenner in Deutschland, aber dann überzeugte die Hongkonger IoT-Plattform Brinc, die Start-ups bei deren Gründung unterstützt, Simmendinger davon, das Unternehmen nach Hongkong zu verlegen. „Der Gründer von Brinc, Manav Gupta, war von unserer Präsentation so beeindruckt, dass er uns nach Hongkong einlud, um dort mit ihm zusammenzuarbeiten“, erzählt Simmendinger.

Zu den Zielen des Unternehmers und seines Teams gehört unter anderem, den wachsenden Markt auf dem chinesischen Festland zu erschließen. „Wenn man an die kulturelle Bedeutung von Musik in China denkt, ist dieser Markt besonders interessant für uns. Insgesamt gibt es mehr Kinder in China, die das Klavierspielen erlernen, als Menschen auf der Welt, die überhaupt Klavier spielen. So etwas muss man berücksichtigen, wenn man Produkte für die Musikbranche herstellt.“

Das nächste Produkt soll laut Simmendinger ein Taktspiel für Musikanfänger sein: „Wir arbeiten an einer Mobile-Gaming-App für Personen, die elementares Musikwissen ohne die Hilfe von Büchern oder Musiklehrern erlernen möchten. Ich denke, dass das Internet der Dinge sehr wichtig für die Bildung werden kann, denn der Takt ist für alle Musiker gleich. Hier gibt es noch große Ziele zu erreichen.“

(ID:43777907)