Industrieroboter in Deutschland 2023 war ein Rekordjahr für deutsche Automatisierer

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Die deutsche Wirtschaft erreichte im Jahr 2023 mit 28.355 installierten Industrierobotern einen neuen Höchststand und festigte damit ihre führende Rolle in Europa. Vor allem die Automobil- und die metallverarbeitende Industrie trieben das Wachstum voran. Allerdings nimmt die Dynamik 2024 und 2025 ab.

2023 war ein Rekordjahr für Industrieroboter in Deutschland. Allein in der Automobilindustrie stieg der Absatz 2023 um 29 Prozent.(Bild:  Kuka)
2023 war ein Rekordjahr für Industrieroboter in Deutschland. Allein in der Automobilindustrie stieg der Absatz 2023 um 29 Prozent.
(Bild: Kuka)

Deutschland ist der fünftgrößte Robotermarkt der Welt und führend in Europa. Im deutschen verarbeitenden Gewerbe kommen auf 10.000 Beschäftigte 415 Industrieroboter, damit ist Deutschland eines der am stärksten automatisierten Länder. Das belegen aktuelle Zahlen von Statista. Auch der aktuelle World-Robotics-2024-Bericht spiegelt das wider. Darin heißt es, dass die Zahl der Industrieroboter im Jahr 2023 weiter gestiegen ist und 28.355 neue Industrieroboter in der Industrie installiert wurden. Das ist ein Anstieg von sieben Prozent gegenüber 2022. Der operative Bestand erreichte 269.427 Einheiten. Dies ist ein neuer europäischer Rekord.

„Deutschland ist der größte Markt für Industrieroboter in Europa“, sagt Marina Bill, Präsidentin der International Federation of Robotics. „Rund jede dritte Robotereinheit wurde 2023 von der deutschen Wirtschaft installiert. Der operative Bestand stieg zwischen 2018 und 2023 jedes Jahr durchschnittlich um fünf Prozent.“

Robotik-Event

Am 16. Oktober 2024 finden in Würzburg die Cobots4You statt. Das Format bietet eine Konferenz, Ausstellung und Networking. Themen sind unter anderem: Neue Ansätze für eine sichere Mensch-Maschine-Kollaboration, Do-it-yourself-Robotik erfolgreich umsetzen oder ein Praxisleitfaden für die sichere Implementierung von Cobot-Anwendungen.

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Mehr Roboter in der Automobilindustrie

Der Absatz in der Automobilindustrie stieg um 29 Prozent auf 9.190 Einheiten im Jahr 2023. Dabei installierten Automobilhersteller 5.001 Einheiten (+29 Prozent) und Automobilzulieferer 4.008 Einheiten (+31 Prozent). In diesen Ergebnissen spiegeln sich Nachholeffekte wider: Wegen fehlender elektronischer Bauteile war die Produktion bei mehreren Herstellern vorübergehend ausgesetzt worden. Im Jahr 2023 konnten die Aufträge abgeschlossen werden. Der Marktanteil des Segments lag im Branchenvergleich bei 32 Prozent aller installierten Roboter.

Die metallverarbeitende Industrie installierte 2023 eine neue Rekordzahl von 4.916 Einheiten. Das ist ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es folgen die chemische- und Kunststoffindustrie mit 1.832 installierten Einheiten (-12 Prozent) und die Elektro-/Elektronikindustrie mit 1.746 Einheiten (+13 Prozent). Die Produktion von Industrierobotern in Deutschland erreichte 34.788 Einheiten und liegt damit nur zwei Prozent unter dem Rekordwert aus dem Jahr 2022.

Die Hersteller kommen damit auf einen Marktanteil von sechs Prozent der weltweiten Nachfrage. Der Markt setzt sich im Wesentlichen aus Herstellern klassischer Hochleistungs-Roboter für die Industrie und neueren Anbietern zusammen, die besonders kostengünstige Robotik anbieten – so genannte Low-Cost-Roboter.

Verhaltene Zukunftsaussichten, Wachstum ab 2026

Der Branchenverband VDMA Robotik + Automation erwartet für die deutsche Robotik-Industrie ein herausforderndes Jahr 2024. Der hohe Auftragsbestand aus den vergangenen Jahren ist weitgehend abgearbeitet, während der Auftragseingang seit Anfang 2023 seitwärts tendiert. Dabei wird die Schwäche im Heimatmarkt teilweise durch Auftragseingänge aus dem Ausland ausgeglichen.

Solange die politische und wirtschaftliche Unsicherheit mit verhaltenen Auftragsvergaben anhält, wird das Jahr 2025 schwach bleiben. In den Jahren 2026 oder 2027 dürfte wieder mit stärkerem Wachstum zu rechnen sein, wenn zurückgestellte Investitionen getätigt werden. (heh)

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