Ihre Meinung zu Terminen großer Fachmessen Deutliche Meinung zur ungünstigen Terminkollision von SPS und electronica

Von Susanne Braun 4 min Lesedauer

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Im November 2023 fanden die großen Elektronikfachmessen SPS in Nürnberg und productronica in München zeitgleich statt. Für Ausstellende wie Besuchende resultierte das teils in einer großen Belastung. Im Jahr 2024 sieht es mit SPS und electronica genauso aus. Wir haben Sie befragt: Sollten die Termine auseinander gelegt werden? Ihre Antwort ist klar!

Liegen Messetermine nah beeinander, entsteht Konkurrenz, die nicht unbedingt das Geschäft belebt, sondern auf vielfältigste Art und Weise Stress bedeutet.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Liegen Messetermine nah beeinander, entsteht Konkurrenz, die nicht unbedingt das Geschäft belebt, sondern auf vielfältigste Art und Weise Stress bedeutet.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Fachmessen üben einen besonderen Reiz aus, der weit über bloße Geschäftstreffen hinausgeht. Diese Veranstaltungen bieten eine einzigartige Gelegenheit, um sich über die neuesten Trends, Innovationen und Entwicklungen in einem bestimmten Fachgebiet zu informieren. Der direkte Zugang zu führenden Experten, Herstellern und Anbietern sowie zu den Ausstellungsstücken ermöglicht es den Besuchern, wertvolle Einblicke zu gewinnen und wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Ein weiterer Reiz von Fachmessen liegt in der Vielfalt der präsentierten Produkte, Dienstleistungen und Lösungen. Von hochmoderner Technologie hin zu bewährten Verfahren bietet eine Fachmesse eine Fülle von Möglichkeiten, um sich inspirieren zu lassen und neue Ideen für die eigene Arbeit oder das eigene Unternehmen zu sammeln.

Weiterbildung, Information, Netzwerken

Fachmessen erlauben oft Vergleichsmöglichkeiten für anstehende Modernisierungsmaßnahmen im Unternehmen oder Weiterbildungsmöglichkeiten für Fachbesuchende. Entsprechend schicken Unternehmen oft ihre Mitarbeitenden auf die Messen, damit sie sich einen Überblick verschaffen können. Nur kann kaum ein Unternehmen die Reise zu jeder Fachmesse ermöglichen. Zum einen entstehen Reise- und Übernachtungskosten, zum anderen fehlt möglicherweise die Arbeitsleistung der Messereisenden.

Entsprechend suchen sich Messereisende und auch ihre Vorgesetzten ganz genau aus, welche Veranstaltung sie besuchen möchten. Da erscheint es ganz praktisch, wenn Fachmessen wie die SPS und die productronica in einen ähnlichen Zeitraum fallen, zumal sie örtlich recht nahe zueinander gelegen sind. Oder nicht?

Die productronica 2023 fand vom 12. bis zum 15. November 2023 in München statt, gleichzeitig stand in Nürnberg die SPS auf dem Menü. Und dann lockte in Hannover noch die Agritechnica. Auch im Jahr 2024 liegen SPS und electronica in derselben Woche.

Wie entscheidet man dann, welche Messe den Besuch nun wert ist? Im Zweifel geht es zur größten Messe, die am ehesten die Interessen des eigenen Geschäftsfelds bedient. Ja, im Zweifel geht’s zur electronica, einer der größten Leitmessen zur Elektrotechnik überhaupt. Doch solche Kompromisse sind wenig sinnvoll. Dass Besuchende der Messen die terminliche Lage von SPS und electronica nicht sehr günstig sehen, haben uns rund 80 Teilnehmende an unserer Umfrage zu den Messeterminen mitgeteilt, die wir im November und Dezember 2023 gestartet haben.

SPS übertrumpft die productronica – wahrscheinlich aber nicht die electronica

Zuerst haben wir die Teilnehmenden gefragt, welche Messe sie besucht haben: die SPS, die productronica, beide oder gar keine von beiden. Die Mehrheit, 52 Prozent, der Befragten waren auf der SPS (35,4 Prozent) oder auf beiden Messen (28,1 Prozent), „nur“ auf der productronica hingegen waren 13,4 Prozent der Teilnehmenden. 23,2 Prozent gaben an, keine der beiden Messen besucht zu haben. An den Zahlen erkennen Sie, dass rund 76,8 Prozent der Umfrageteilnehmer auf einer der beiden oder gar auf beiden Messen waren.

Und ebenso, dass die SPS zumindest unter den Befragten die attraktivere der beiden Veranstaltungen war. Doch wird das auch im Jahr 2024 der Fall sein, wenn die Automatisierungsmesse mit der electronica konkurriert? Ein Teilnehmender nutzte das Freifeld der folgenden Frage und zeigte damit bereits, wie die Prioritäten im Messejahr 2024 verteilt sind. Sinngemäß heißt es in der Wortmeldung, dass man die electronica der SPS vorziehen würde.

Unter den Umfrageteilnehmenden war die SPS 2023 im Jahr gefragter als die productronica.(Bild:  ELEKTRONIKPRAXIS)
Unter den Umfrageteilnehmenden war die SPS 2023 im Jahr gefragter als die productronica.
(Bild: ELEKTRONIKPRAXIS)

Zeitgleiche Fachmessen: Gut so?

In unserer zweiten Frage wollten wir von den Umfrageteilnehmenden erfahren, ob sie die Woche mit SPS und electronica befürworten oder nicht attraktiv finden. Die Zahlen sind eindeutig: 8,5 Prozent der Befragten finden es völlig in Ordnung, dass SPS und electronica zeitgleich stattfinden und sehen keinen Bedarf für eine Änderung. Mehr als 90 Prozent der Teilnehmenden hingegen wünschen sich eine erneute Auseinanderlegung der Termine, idealerweise mindestens um zwei Wochen. Genauer:

  • 26,8 Prozent stimmten für eine Auseinanderlegung um mindestens eine Woche
  • 41,5 Prozent stimmten für eine Auseinanderlegung um mindestens zwei Wochen
  • 18,3 Prozent stimmten für eine Auseinanderlegung um mindestens vier Wochen

Die von einigen Befragten genutzte Freifeldantwort schlägt in eine ähnliche Kerbe. So musste sich ein Messebesucher gleich mit einem Trio an Messeterminen auseinandersetzen; eben SPS, productronica und Agritechnica. Die Verschiebung der SPS 2023 in die productronica-Woche kam an der Stelle entsprechend mitnichten gut an.

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Die meisten Teilnehmenden der Umfrage wünschen sich die Auseinanderlegung der Termine von SPS und electronica.(Bild:  ELEKTRONIKPRAXIS)
Die meisten Teilnehmenden der Umfrage wünschen sich die Auseinanderlegung der Termine von SPS und electronica.
(Bild: ELEKTRONIKPRAXIS)

Eine andere Wortmeldung geht darauf ein, dass die embedded world im April 2024 in Nürnberg auch nur zwei Wochen vor der HANNOVER MESSE liegt, was ebenso ungünstig ist. Das trifft insbesondere dann zu, wenn das Unternehmen den Mitarbeitenden maximal nur eine Messe pro Monat genehmigt. Manche Befragten wünschen sich gar noch eine klarere Auseinanderlegung der Fachmessetermine, etwa einen Abstand von zwei Monaten.

Aussagekraft - und wie es weitergeht

Eingangs haben wir erwähnt, dass sich knapp 80 Teilnehmende für die Umfrage finden ließen; exakt waren es 82. Angesichts der Größe der Messen ist das ein sehr überschaubarer Prozentsatz der Besuchenden. Dennoch finden wir Ihre Meinungen überaus interessant, und sofern Sie unsere Umfrage verpasst haben, wir sie noch um einige Messen erweitern sollten oder Sie Ihre Meinung schildern möchten, dann nutzen Sie bitte sehr gerne unsere Kommentarfunktion! (sb)

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