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DESERTEC – Der Strom, der aus der Wüste kommt

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Verlustarmer Transport via HV-Gleichstromnetze

Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) bietet die Möglichkeit, sauberen Strom über weite Strecken in die Verbrauchszentren der Welt zu liefern. Rund 90% der Menschheit lebt weniger als 3000 km von geeigneten Wüsten entfernt und könnte somit effizient mit sauberem Wüstenstrom versorgt werden. Dabei fallen nur geringe Leitungsverluste von etwa drei Prozent je 1000 km und überschaubare Mehrkosten von rund 1 bis 2 Cent pro kWh an.

Energie: Bis 2050 könnten etwa 17% des europäischen Strombedarfs durch Solarimporte gedeckt werden(Bild:  Desertec Foundation)
Energie: Bis 2050 könnten etwa 17% des europäischen Strombedarfs durch Solarimporte gedeckt werden
(Bild: Desertec Foundation)

Dem entgegen steht eine deutlich höhere Effizienz der Solar- und Windkraftwerke durch stärkere und längere Sonneneinstrahlung sowie weniger Wintermonate in Wüsten bzw. stärkere und konstante Winde an optimalen Windstandorten. Schwankungen bei erneuerbaren Energien und Ausfälle von Kraftwerken und Leitungen werden durch die stärkere Vernetzung und durch eingebundene Backup-Kraftwerke kompensiert.

Weltweit sind bereits dutzende Leitungen mit einer Länge von bis zu 1700 km (Inga-Shaba, Demokratische Republik Kongo) und einer Leistung von bis zu 5 GW (Yunnan-Guangdong, China) in Betrieb. Auch in Europa sind HGÜ-Leitungen im Einsatz: Sardinien ist über HGÜ-Seekabel an das Festland angeschlossen; zur Stromübertragung zwischen Mitteleuropa und Skandinavien existiert gleich ein ganzes Netz an HGÜ-Verbindungen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Wechselstromleitungen benötigen Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen weniger Fläche und lassen sich auch über weite Strecken unter der Erde verlegen. Das erhöht die Akzeptanz in der Bevölkerung und ermöglicht so einen schnelleren Netzausbau. Das DLR bestätigt in einer Studie die positive Ökobilanz von Leitungstrassen, die für DESERTEC eingesetzt werden könnten. Auf Wikipedia finden Sie eine Liste der weltweit existierenden und geplanten Leitungen.

So funktionieren solarthermische Kraftwerke

Solarthermischen Kraftwerken kommt im DESERTEC-Konzept eine besondere Rolle zu, da sie das riesige Solarpotenzial der weltweiten Wüsten ideal nutzen und Strom nach Bedarf liefern können. Eine etwa 20 m² große Spiegelfläche eines solarthermischen Kraftwerkes würde ausreichen, um den Strombedarf eines Menschen (inklusive Elektromobilität) Tag und Nacht CO2-frei zu decken.

Bei solarthermischer Stromerzeugung wird Sonnenenergie durch Spiegel konzentriert, um Wasser zu erhitzen und Dampf zu erzeugen. Mit dem hierbei entstehenden Druck wird eine konventionelle Dampfturbine zur Stromerzeugung angetrieben. Solarthermische Kraftwerke können Tag und Nacht sauberen Strom aus Sonnenenergie produzieren, da sich Wärme, im Gegensatz zu Strom, verlustarm in großen Mengen speichern lässt.

Wärmespeicher geben nachts oder ganz gezielt bei Lastspitzen Energie an den Dampfkreislauf ab. So können diese Kraftwerke in einem Netzverbund mit anderen erneuerbaren Energiequellen sogar die inhärenten Schwankungen von Windkraft und Photovoltaik ausgleichen und damit zur Stabilisierung der Netze beitragen.

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