Flug 8501 Defekte Lötstelle trägt indirekt zum Absturz bei
Der Absturz eines indonesischen Passagierflugzeugs am 28. Dezember vergangenen Jahres hängt mittelbar mit einer gebrochenen Lötstelle zusammen. Durch Pilotenfehler geriet die Maschine schließlich in eine unkontrollierbare Fluglage.
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Laut dem Abschlussbericht der indonesischen Untersuchungsbehörde KNKT hat eine Verkettung von technischen Problemen und menschlichen Fehlern den Absturz von Flug 8501 der Fluggesellschaft Indonesia AirAsia am 28. Dezember 2014 ausgelöst. Die Maschine des Typs Airbus A320 war um 5:35 Uhr Ortszeit vom Flughafen Surabaya mit Ziel Singapur abgehoben. An Bord waren 162 Personen, von denen keine das Unglück überlebte.
Zum Unglückszeitpunkt hatten die Piloten unter anderem mit schlechtem Wetter und Turbulenzen zu kämpfen. Sechs Minuten vor dem letzten Radarkontakt, der um 6:18 Uhr Ortszeit stattfand, bat die Crew darum, vom Kurs abweichen und auf eine Flughöhe von 38.000 Fuß gehen zu dürfen.
Der Auslöser der Verkettung unglücklicher Umstände bestand nach einem Bericht der Asia Times schließlich in einer Fehlfunktion der sogenannten Rudder Travel Limiter Unit (RTLU), einem System, das den Ausschlag des Seitenruders begrenzen soll. Diese Fehlfunktion war letztlich auf eine defekte Lötstelle in der Elektronik der RTLU zurückzuführen, so der Untersuchungbericht: „Die Überprüfung des elektronischen Moduls der RTLU ergab Hinweise auf eine gebrochene Lötstelle bei Kanal A und B. Der Bruch konnte zum Verlust der Stromzufuhr und zur Fehlfunktion der RTLU führen“
Zwischen 6:01 Uhr und 6:13 Uhr Ortszeit registrierte der Flugdatenschreiber drei Fehlermeldungen der RTLU. Die Piloten reagierten darauf, indem sie den Flight Augmentation Computer (Flugunterstützungscomputer, FAC) ab- und wieder einschalteten. Bei der vierten Fehlermeldung, die gegen 6:15 Uhr Ortszeit registriert wurde, unterbrach die Crew möglicherweise die Stromzufuhr des FAC.
Dies führte laut AVHerald dazu, dass sich der Autopilot und die automatische Schubsteuerung abschalteten. Das Seitenruder schlug um zwei Grad nach links aus, was von den Flugcomputern nicht kompensiert wurde. Das Flugzeug rollte nach links, nach neun Sekunden war eine Schlagseite von 54 Grad erreicht. Als dann die Überziehungswarnungen ertönten, versuchten die beiden Piloten das Flugzeug manuell in eine kontrollierbare Fluglage zu bringen.
Da das Fly-by-Wire-System des A320 normalerweise die Steuereingaben der beiden Piloten addiert, erreichte das Flugzeug bald einen Anstellwinkel von 24 Grad (der Kapitän drückte seinen Steuerknüppel leicht nach unten, während der weniger erfahrene Kopilot seinen Sidestick fast bis zum Anschlag zurück zog) und schließlich von 48 Grad. Aus diesem überzogenen Flugzustand gab es schließlich kein Entrinnen; das Flugzeug stürzte ab.
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