Datenfluss: Vom Sensor direkt in die Cloud

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„Remote-Zugriff wird in der Sensorik zum Standard“

„Es entstehen mehr Geschäftsprozesse in Cloud-Architekturen“, erklärt Herbert Köbel, Head of Competence Center Software, Leuze Electronic.
„Es entstehen mehr Geschäftsprozesse in Cloud-Architekturen“, erklärt Herbert Köbel, Head of Competence Center Software, Leuze Electronic.
(Bild: Leuze Electronic)

Herbert Köbel, Head of Competence Center Software, Leuze Electronic, steht Rede und Antwort zum Thema Smart Customer Service und den so möglichen neuen Geschäftsmodellen:

Die Sensorik wird zum Enabler für Industrie 4.0 und zur Datenquelle für neue Service-Ansätze. Welche Rolle nimmt der Sensorikhersteller ein?

Durch Industrie 4.0 müssen viele etablierte Beziehungen und Vorgehensweisen bei den Servicemodellen neu definiert werden. Die engeren und vielschichtigeren Verknüpfungen der zukünftigen Systeme erfordern in gleichem Maße auch eine engere Abstimmung der Service-Ansätze aller Beteiligten. Sensorikhersteller sind dabei wichtige Partner, die darauf achten werden, dass ihre Belange nahtlos in das Gesamtsystem passen.

Welche Service-Modelle bieten Sie an?

Leuze Electronic bietet heute schon seinen Kunden einen individuellen Service als Teil des Kundenversprechens „Smart Sensor Business 4.0“ an. Hierunter verstehen wir nicht nur eine einfache Product Usability und ein tiefgreifendes Applikations-Know-how, sondern auch einen smarten Customerservice. Durch die globale Vernetzung der Automatisierungs- systeme werden ganz neue Möglichkeiten entstehen. Insbesondere das globale Management mit Remote-Services wird eine noch schnellere und umfassendere Unterstützung erlauben.

Welche Relevanz spielt dabei die Zusammenarbeit mit Microsoft?

Globale Remote-Services lassen sich durch Cloud-Lösungen gut umsetzen. Gleichzeitig entstehen mehr und mehr Geschäftsprozesse in den Cloud-Architekturen. Möchte man beide Aspekte zusammenführen, bietet die Azure Cloud hierfür eine ideale Plattform.

Auf der Hannover Messe haben Sie den Mehrwert von Augmented Reality Ihren Standbesuchern gezeigt. Welcher Service-Gedanke steckt dahinter?

Augmented Reality bedeutet eine Anreicherung der real sichtbaren Umgebung mit Zusatzinformationen. Auf die Optosensorik übertragen, ergibt sich daraus ein sehr schöner Anwendungsfall: Nicht sichtbare optische Eigenschaften eines Sensors, wie beispielsweise Temperatur- oder Messwerte, werden dem Anwender auf die reale Einsatzumgebung projiziert. Das Ein- und Ausrichten von Geräten kann sich damit wesentlich vereinfachen. Gleichzeitig werden technische Informationen, wie z.B. Handbücher an den Ort des Geschehens gebracht. Leuze Electronic zeigt den Gewinn der Usabilty mit der Datenbrille der Firma Microsoft. Am Beispiel von zwei Barcodelesern, die an einem Förderband montiert sind und aktiv Lesevorgänge durchführen, werden unterschiedliche Informationen wie beispielsweise aktueller Status und Gerätebeschreibung im Sichtfeld des Anwenders mit Datenbrille eingeblendet, wenn dieser auf die Geräte schaut.

Gibt es weitere Modelle, an denen Sie derzeit arbeiten?

Die Nutzung von Cloud-Technologien eröffnet viele Aspekte. Zentrale Elemente werden die ganzheitliche Verknüpfung der Sensoren in die digitale IT-Welt sowie das Device-Management von Sensoren über die Verwaltungsschalen der Industrie 4.0-Plattform sein. Die notwendigen Sicherheitsfunktionen lassen sich so zentral und schnell aktualisieren.

Auf welche Servicemodelle wird nach Ihrer Meinung künftig niemand mehr verzichten wollen?

Servicemodelle mit globalem Remote-Zugriff sind schon heute in der Anlagentechnik die Regel und werden auch in der Sensorik der Standard werden. Zur weiteren Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit werden auch Predicitive Maintenance und Condition Monitoring nicht mehr wegzudenken sein.

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