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Beispiele für verbesserte Eigenschaften
Die Dielektrische Festigkeit: Größere Konstruktionen führen zu einer erhöhten dielektrischen Festigkeit. Diese Aussage klingt logisch, muss aber nicht in jedem Fall stimmen.
Wie Bild 2 zeigt, konnte die dielektrische Festigkeit bei Relais der 4. Generation gegenüber der 3. Generation wesentlich gesteigert werden. Diese Verbesserung sowohl zwischen Spule und Kontakten als auch innerhalb der geöffneten Schaltstrecke kann vor allem durch folgende Maßnahmen erzielt werden:
- Umspritzen der Spule,
- Trennen des Antriebes von der Schaltkammer,
- Einsatz von gasdichten Gehäusen und entsprechenden Schutzgasen.
Durch diese Maßnahmen konnten die dielektrischen Eigenschaften trotz eines um 2/3 kleineren Bauvolumens um bis zu 50% erhöht werden.
Das Schaltvermögen: Vielfach besteht die Meinung, dass größere Konstruktionen größere Schaltlasten bewältigen können und somit auch eine längere Lebensdauer erreicht werden kann. Dies muss nicht unbedingt der Fall sein.
Wie in Bild 3 gezeigt, wurden bei den deutlich kleineren Relais der 4. Generation deutlich höhere Schaltzahlen als bei Relais der 3. Generation erreicht. Während bei Relais der 3. Generation knapp über 200.000 Schaltungen erzielt wurden, waren Relais der 4. Generation auch nach über 600.000 Schaltzyklen noch voll funktionsfähig.
Bedingt durch die kleinere bewegte Masse, vor allem durch geringeres Prellen beim Einschalten und einen generell schnelleren Schaltvorgang und dadurch kürzere Lichtbogenbrenndauer lässt sich bei miniaturisierten Konstruktionen ein verbessertes Schaltvermögen erzielen.
Das Schaltgeräusch: In vielen Anwendungen, vor allem im Automobil oder in Wohnräumen, wird das akustische Schaltgeräusch als störend empfunden. Miniaturisierte Konstruktionen weisen deutlich geringere bewegte Massen auf, was zu einem stark reduzierten Schaltgeräusch führt.
Während ein Signalrelais der 2. Generation beim Schalten noch einen Geräuschpegel von durchschnittlich 53,5 dB (Bild 4) verursacht hat, konnte dieses bei der 3. Generation auf 39,6 und bei der 4. Generation auf 28,2 dB reduziert werden. Schaltgeräusche unterhalb von 30 dB werden auch in ruhigen Räumen wie Schlafzimmern nicht mehr wahrgenommen.
Lang lebe das totgesagte elektromechanische Relais
Elektromechanische Relais behaupten sich seit Jahrzehnten erfolgreich auf dem Markt und werden uns auch in Zukunft noch treu begleiten. Sie arbeiten zuverlässig, sind robust, kosteneffizient und einfach in der Anwendung.
In der modernen Elektronik werden die elektromechanischen Relais in immer größeren Stückzahlen eingesetzt und durch Halbleiterschaltelemente entgegen einiger Aussagen und Prognosen nicht verdrängt. Es besteht vielmehr ein Nebeneinander beider Technologien. Lang lebe das totgesagte elektromechanische Relais!
* * Dr. Werner Johler ... ist CTO und Director Global Engineering bei TE Relay Products.
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