150 Jahre nach seiner Entdeckung Das Metall Indium wird immer bedeutender

Franz Graser

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1863 haben die beiden Wissenschaftler Ferdinand Reich und Hieronymus Theodor Richter an der Bergakademie Freiberg in Sachsen das Metall Indium entdeckt. Aus der Produktion von Bildschirmen und Touch-Panels ist es heute nicht mehr wegzudenken.

Genau 150 Jahre nach seiner Entdeckung durch deutsche Chemiker ist Indium aus der heutigen Elektronikproduktion nicht mehr wegzudenken.(Bild:  United States Geological Survey)
Genau 150 Jahre nach seiner Entdeckung durch deutsche Chemiker ist Indium aus der heutigen Elektronikproduktion nicht mehr wegzudenken.
(Bild: United States Geological Survey)

Vergangene Woche wurde auf dem Freiberger Schlossplatz eine Bronzescheibe von zwei Metern Durchmesser in den Boden eingelassen, die an die Entdeckung des Metalls vor 150 Jahren erinnern soll. Die beiden Wissenschaftler der Bergakademie Freiberg in Sachsen fanden das Metall vor 150 Jahren bei der spektralanalytischen Untersuchung des Minerals Sphalerit (Zinksulfid), der sogenannten „schwarzen Zinkblende“ von Freiberg. Reich und Richter fiel dabei eine bisher unbekannte indigoblaue Spektrallinie auf.

Sie war, wie die beiden später schrieben, „so glänzend, scharf und ausdauernd, dass wir aus ihr auf ein bisher unbekanntes Metall, das wir ‚Indium’ nennen möchten, zu schließen nicht anstehen.“ Indium (In) ist neben Lithium, Gallium, Tellur, Selen, Scandium und dem ebenfalls an der Bergakademie entdeckten Germanium eines der wichtigsten High-Tech-Metalle.

Hauptlagerstätten und derzeitige Produzenten von Indium sind China (Förderung ca. 340 Tonnen pro Jahr), Südkorea (100 t), Kanada (64 t) und Japan (70 t). Die Preise für das Metall sind in den letzten Jahren stark gestiegen – von 60 US-Dollar pro Kilogramm im Jahr 2002 auf zeitweite über 800 Dollar im Jahr 2005 und heute um die 500 Dollar. Da Indiumverbindungen vor allem in der Produktion von Bildschirmen, Touchpanels und ähnlichen Elektronikprodukten verwendet werden, steigt die Bedeutung des Metalls immer weiter an.

Experten erwarten, dass neben der Indiumgewinnung durch Bergbau das Recycling von Elektronikschrott eine Schlüsselstellung einnehmen wird, um die Versorgung der Elektronikindustrie mit dem Mineral sicherzustellen. Außerdem rücke „das Erzgebirge als Indium-Lagerstätte und potentielles Abbaugebiet wieder ins Bild“, erläutert Professor Thomas Seifert von der TU Bergakademie Freiberg. Die Bergakademie eröffnet daher im Mai ein Biohydrometallurgisches Zentrum für strategische Metalle, an dem unter anderem die Gewinnung von Indium erforscht werden soll.

Indium ist mit der Ordnungszahl 49 ein Element der 3. Hauptgruppe und besitzt daher drei Außenelektronen. Es verhält sich dadurch ähnlich wie Aluminium, schmilzt aber bereits bei 157 Grad Celsius. Die Häufigkeit des Vorkommens von Indium in der Erdkruste ist in etwa mit der von Silber vergleichbar.

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