Marquardt & baimos Das Handy wird zum Autoschlüssel - Keyless-Go-System prüft Fahrzeugfunktionen und startet den Motor

Redakteur: Gerd Kucera

Der schwäbische Systemlieferant Marquardt und der Software-Spezialist baimos technologies stehen kurz vor dem Abschluss eines hochinnovativen Entwicklungsprojektes mit Namen BlueID : Beide Firmen arbeiten seit drei Jahren daran, Mobiltelefone als Zugangs- und Fahrberechtigungssystem sowie als Informations- und Bedieneinheit in den Automobilbereich einzugliedern. Renommierte Autobauer sind interessiert.

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Die Erfolgsgeschichte der Marquardt GmbH mit Sitz im schwäbischen Rietheim-Weilheim (Landkreis Tuttlingen) und der bayerischen baimos technologies GmbH in Garching bei München begann im Jahr 2006. Matthias Marquardt traf auf einem Mitgliedertag der Wissensfabrik (Plattform für Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Initiativen, um Wissen zu fördern und zu teilen) auf die beiden baimos-Geschäftsführer Philipp Spangenberg und Markus Weitzel.

„Durch Bündelung von Kompetenzen haben wir mehrere Projekte hinsichtlich Sicherheit und Fahrberechtigung in der Automobilbranche erfolgreich abgeschlossen“, konstatiert Dr. Harald Marquardt, Sprecher der Geschäftsführung der Marquardt-Gruppe. Schon 2007 integrierte das Rietheimer Unternehmen den bayerischen Partner baimos deshalb auch in seinen Messeauftritt auf der IAA in Frankfurt. Marquardt zeigte als Weltmarktführer für Keyless-Entry-Systeme im Automobilbereich (eigene Aussage) sowie als kompetenter Systemlieferant gemeinsam mit den Kollegen aus Garching, wie man zukünftig ein Mobiltelefon als digitalen Autoschlüssel und als Infoplattform für ein Fahrzeug nutzen kann. Tankanzeige, Reifendruck oder gar die Standheizung lassen sich beispielsweise schnell und sicher per Handy abfragen und bedienen.

Das Auto zukünftig mit dem Handy starten

Technisches Grundkonzept: Das von Marquardt entwickelte Keyless-Go-System basiert darauf, dass der Fahrer nicht mit einem Schlüssel sein Fahrzeug öffnen, schließen und starten kann, sondern mit einer Identifikationseinheit, die via Funk automatisch mit dem Fahrzeug kommuniziert. Sind für andere Fahrberechtigungssysteme separate Steuereinheiten notwendig, dann lässt sich das Marquardt-System in ein vorhandenes Zentralsteuergerät integrieren, um vor allem Kosten und Bauraum zu sparen. Als Zusatzfunktion kann an die Identifikationseinheit auch der Status einzelner Fahrzeugfunktionen (Tankanzeige, Reifendruck, etc.) übermittelt werden.

An dieser Stelle knüpft baimos technologies an: „BlueID“ nennt sich die Technik, die zwischen Fahrzeug und Mobiltelefon eine sichere Verbindung aufbaut. Verfügt das Mobiltelefon über den richtigen digitalen Schlüssel, der vorher etwa über das Mobilfunknetz eingegangen sein muss, lässt sich das Fahrzeug öffnen und starten.

Der Code soll nicht zu knacken sein

„Den Code eines Autoschlüssels zu knacken ist so gut wie unmöglich. Das System, das wir für die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Handy entwickelt haben, ist um ein Vielfaches komplexer und mit dem Online-Banking vergleichbar“, erklärt Philipp Spangenberg, Technischer Geschäftsführer bei baimos technologies.

Aufgrund der großen Nachfrage im Markt, wie man Handys in Zugangs- und Fahrberechtigungssysteme integrieren kann, vertieften beide Unternehmen die Entwicklungspartnerschaft. „Wir versprechen uns von dieser langjährigen Kooperation zweier Kompetenzträger einen großen Vorteil im globalen Wettbewerb“, sind sich Harald Marquardt und Philipp Spangenberg einig. Ein Wunsch, der sich bald für beide Unternehmen verwirklichen könnte: Namhafte Automobilhersteller sind an der Entwicklung bereits sehr interessiert.

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